Cochrane gibt Stellungnahme zu plötzlichem Ausschluss von umstrittenem Verwaltungsratsmitglied ab


  • Dawn O'Shea
  • Univadis Medical News
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Der Verwaltungsrat der Cochrane Collaboration hat eine Stellungnahme bezüglich der Entscheidung abgegeben, das umstrittene Verwaltungsratsmitglied und den Mitbegründer Dr. Peter Gøtzsche auszuschließen.

Im Juli dieses Jahres veröffentlichten Gøtzsche und zwei Kollegen eine Kritik über eine jüngste Cochrane-Review mehrerer Studien über Impfstoffe gegen das humane Papillomavirus (HPC). Dem Artikel zufolge seien dabei wichtige klinische Studien unbeachtet geblieben und die Übersichtsarbeit sei nicht objektiv. Kritiker meinten, die Review von Gøtzsche und Kollegen sei selbst subjektiv, und die Cochrane Collaboration gab später eine Stellungnahme zur Unterstützung der ursprünglichen Review ab.

Am 13. September, zwei Monate nach Veröffentlichung des Artikels, stimmte der Verwaltungsrat mit sechs zu fünf Stimmen für den Ausschluss von Gøtzsche, der Direktor des Nordic Cochrane Centre ist.

In einer letzte Woche abgegebenen Stellungnahme sagt der Verwaltungsrat jedoch, die Entscheidung war das Ergebnis einer ausführlichen Untersuchung eines langjährigen wiederholten Fehlverhaltens, einschließlich einer „schwerwiegenden Tatsachenverdrehung“ gegenüber „einer Person“. 

„Bei dieser Ratsentscheidung geht es nicht um Meinungsfreiheit. Es geht um keine wissenschaftliche Debatte. Es geht nicht um Toleranz abweichender Meinungen. Es geht nicht darum, dass es nicht möglich wäre, eine Cochrane Review zu kritisieren“, besagte die Stellungnahme.