cN0-Brustkrebs: Studie stellt routinemäßige axilläre Ultraschalluntersuchung vor NACT in Frage

  • Breast J
  • 27.08.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Axilläre Ultraschalluntersuchungen könnten im Zusammenhang stehen mit der Überbehandlung von Patienten, die vor der neoadjuvanten Chemotherapie (NACT) klinisch Lymphknoten-negativ (cN0) sind.
  • 43% der Patienten hatten bei der abschließenden pathologischen Untersuchung keine restlichen positiven Lymphknoten trotz abnormalen axillären Ultraschallbefundes und positiver Kernbiopsie; die Mehrzahl von ihnen (87%) wurde einer unnötigen axillären Lymphknotendissektion (ALND) unterzogen.

Warum das wichtig ist

  • Immer mehr Frauen unterziehen sich einer NACT.
  • Die Resultate hinterfragen den routinemäßigen Einsatz von axillärem Ultraschall (AUS) bei Patienten, die vor der NACT einen cN0-Status aufweisen.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohortenstudie (n=120) an Patienten, die cN0-Status vor NACT hatten und einem routinemäßigen AUS unterzogen wurden.  
  • Finanzielle Förderung: keine Angaben.

Wesentliche Ergebnisse

  • Von den 120 Patienten hatten 44% (n=53) einen abnormalen AUS sowie positive Lymphknoten bei der Kernbiopsie.
  • Von den 44% hatten 57% (n=30) positive Lymphknoten bei der abschließenden Pathologie (Chirurgie), während 43% (n=23) keine positiven Lymphknoten bei der abschließenden pathologischen Untersuchung hatten.
  • Von den 43% ohne finale positive Lymphknoten wurde die Mehrzahl (87% der 43%) trotz eines abnormalen AUS einer unnötigen ALND unterzogen.
  • Sensitivität und Spezifität des AUS lagen bei 85,7% bzw. 48,7%.

Einschränkungen

  • Geringe Fallzahl.
  • Retrospektives und observatives Studiendesign.
  • Monozentrische Studie.