CMR rät zur Tollwutimpfung bei Reisen nach Thailand und Südafrika


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Aktuell werden neue Todesfälle in beliebten Reiseländern aufgrund einer Tollwutinfektion gemeldet; neun in Südafrika und elf in Thailand. Dort ist neben Bangkok besonders der Süden und Nordosten betroffen. Wer in Tollwut-Endemiegebiete von Afrika, Asien oder Lateinamerika reist, sollte sich unbedingt impfen lassen, rät das Centrum für Reisemedizin (CMR).

Hintergrund

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich rund 59.000 Menschen an Tollwut, wobei von einer erheblichen Dunkelziffer insbesondere in Asien und Afrika ausgegangen werden kann. Ist die Krankheit ausgebrochen, endet sie stets tödlich. In den meisten Fällen seien laut WHO Bisse oder Kratzer von Hunden für die Übertragung des Tollwut-Virus auf den Menschen verantwortlich. Aber auch Affen, Katzen oder Fledermäuse können die Erkrankung verbreiten. Dabei ist nicht einmal ein Biss nötig. Bereits wenn der Speichel von infizierten Tieren in Berührung mit kleinen, offenen Hautstellen kommt, können die Tollwutviren in den menschlichen Organismus gelangen. 

Klinische Bedeutung

Vor allem, wenn die Reise in Tollwutverbreitungsgebiete wie Asien, Afrika oder auch Lateinamerika geht, sollten sich Urlauber rechtzeitig vor Antritt der Reise vollständig mit einem modernen Zellkulturimpfstoff impfen lassen, rät Professor Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CMR in einer aktuellen Pressemitteilung. Für die Tollwut-Impfprophylaxe stehen in Deutschland zwei Impfstoffe mit inaktivierten Tollwut-Viren für die aktive Immunisierung zur Verfügung: Rabipur ® und Tollwut-Impfstoff (HDC) inaktiviert. Für einen vollständigen Schutz werden laut Angaben der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Grundimmunisierung drei Impfstoffdosen an den Tagen 0-7-21 (oder 28) verabreicht. Der Impfschutz sollte bei Bedarf dann im Abstand von drei bis fünf Jahren aufgefrischt werden. Daneben gibt es noch eine Schnellimmunisierung, bei der es auch möglich ist, innerhalb von einer Woche zu impfen. 

Nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier, erfordert dies eine schnellstmögliche postexpositionelle Immunprophylaxe. Sie besteht zum einen aus der aktiven Immunisierung und zum anderen aus der meist zusätzlichen Gabe von Tollwut-Immunglobulin (z.B. Berirab ® ). „Allerdings sind in den meisten Schwellen- und Entwicklungsländern die dafür nötigen hochwertigen Zellkulturimpfstoffe und Immunglobuline nur sehr eingeschränkt erhältlich, warnt das CMR.