Clostridium-difficile-Infektion: Fäkaler Mikrobiom-Transfer auch per Pille wirksam


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Bei rezidivierender Clostridium-difficile-Infektion ist der Mikrobiom-Transfer mit einer oral eingenommenen Kapsel der endoskopischen Applikation nicht unterlegen. 

Hauptergebnis

In beiden Vergleichs-Gruppen betrug die dreimonatige Rezidiv-Freiheit (primärer Endpunkt) nach einer einmaligen Therapie rund 96 Prozent (51/53 und 50/52 ).

Design

An der Studie nahmen insgesamt 116 Patienten teil. Das Durchschnittsalter betrug 58 Jahre. 105 (91 Prozent) der Teilnehmer beendeten die Studie; 57 von ihnen hatten einmal oral eine Kapsel eingenommen, bei den übrigen Patienten erfolgte der Mikrobiom-Transfer koloskopisch. Die Studie war auf den Nachweis der „Nicht-Unterlegenheit“ der Kapsel-Applikation angelegt. Finanziert wurde die Studie von einer Stiftung der Universität von Alberta.

Klinische Bedeutung

Der fäkale Mikrobiom-Transfer sorgt seit einigen Jahren für große Aufmerksamkeit, insbesondere in der Therapie von Patienten mit rezidivierender Clostridium-difficile-Infektion, bei der das Verfahren bislang am besten untersucht ist. Das aktuelle Ergebnis zur Effektivität der Kapsel-Therapie  kann zwar als ermutigend bezeichnet werden. Gleichwohl sind noch einige Fragen zu der Therapie zu klären, etwa der optimale Zeitpunkt für einen fäkalen Mikrobiom-Transfer. Außerdem sollten weiterhin auch noch andere Therapie-Ansätze, etwa medikamentöse, bedacht werden. Als routinemäßige Standard-Therapie bei rezidivierender Clostridium-difficile-Infektion ist die Mikrobiom-Transplantation noch nicht zu sehen.