Chronische Nierenerkrankung: Surrogatparameter Albumin-Ausscheidung klinisch tatsächlich relevant


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Zunahme oder Abnahme der Albuminurie scheint tatsächlich ein geeigneter Surrogatparameter für die Progression einer chronischen Nierenerkrankung zu sein. 

Hintergrund

Die Zunahme bzw. Abnahme der Albuminurie ist biologisch ein plausibler Surrogatparameter für das Voranschreiten einer chronischen Nierenerkrankung. Gute empirische Belege gibt es jedoch kaum. Die Autoren der vorliegenden Metaanalyse haben daher versucht weiter zu klären, welcher Zusammenhang zwischen Therapie-Effekten auf eine Albuminurie und den klinischen Endpunkten besteht.

Design

Metaanalyse von Studien aus dem Zeitraum 1946 bis Ende 2016. Der Therapieeffekt auf eine Albuminurie und auf den klinischen Endpunkt wurde mit einer speziellen stochastischen Methode eingeschätzt. Der kombinierte klinische Endpunkt bestand aus den Parametern Nierenerkrankung im Endstadium, eGFR unter 15 ml/min pro 1,73 m2 oder Verdopplung des Serum-Kreatininwertes. Es konnten 41 Therapie-Vergleiche aus randomisierten Sudien und Daten von fast 30.000 Teilnehmern (71 Prozent Diabetes-Kranke) ausgewertet werden.

Hauptergebnisse

  • In  einer medianen Beobachtungszeit von 3,4  Jahren erreichten 13 Prozent der Teilnehmer den kombinierten klinischen Endpunkt.
  • Eine therapie-bedingte Abnahme der Albuminurie (geometrisches Mittel) war mit einem um 27 Prozent geringeren Risiko für ein klinisches Endpunkt-Ereignis verbunden. Dieser Zusammenhang wurde besonders bei Patienten mit einer Basis-Albuminurie von mehr als 30 mg/g (3,4 mg/mmol) deutlich.
  • Nach Modellrechnungen der Autoren reduziert jede Therapie, die die Albuminurie im Vergleich zu einer Kontrolle um 30 Prozent senkt, das Risiko für ein klinisches Enpunkt-Ereignis um im Mittel 32 Prozent (Hazard Ratio 0,68)

Klinische Bedeutung

Die Metaanalyse stützt die Wahl des Parameters Albuminurie als Surrogatparameter für den klinischen Verlauf und zur Beurteilung von Therapieeffekten bei einer chronischen Nierenberkrankung. Dies gilt hauptsächlich für Patienten mit einer starken Ausgangs-Albuminurie. Allerdings lassen sich in Therapie-Studien Schlussfolgerungen zum klinischen Verlauf unter Behandlung möglicherweise nur bei einer ausgeprägten Änderung der Albuminurie (mindestens 30 Prozent) ziehen, nicht jedoch bei einer geringen oder moderaten Abnahme.  

Finanzierung: US National Kidney Foundation.