Chronische myeloische Leukämie: Überlebende haben ein erhöhtes Risiko einer sekundären Krebserkrankung

  • Jamy O & al.
  • Leuk Res
  • 13.05.2019

  • von David Reilly
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) haben ein signifikant erhöhtes Risiko, dass bei ihnen eine sekundäre maligne Neoplasie (SMN) auftritt.
  • Das Risiko war bei Männern am höchsten und bei Krebserkrankungen der Atemwege, des Urogenitaltrakts und der Haut am ausgeprägtesten.

Warum das wichtig ist

  • Da sich das Überleben bei CML-Patienten weiterhin verlängert, ist es zunehmend notwendig, das Risiko später Komplikationen zu verdeutlichen.

Studiendesign

  • Studie zur Untersuchung des Risikos von SMN bei 3.407 CML-Patienten.
  • Die Daten stammten aus dem Krebsregister „Überwachung, Epidemiologie und Endergebnisse“ (Surveillance Epidemiology and End Results) (SEER-18) für zwischen 2001 und 2014 mit CML diagnostizierte Patienten.
  • Finanzierung: Keine.  

Wesentliche Ergebnisse

  • Bei 4,99 % der Patienten kam es nach einem medianen Zeitraum von 36,5 Monaten (Bereich: 6–160) nach der CML-Diagnose zu einer SMN.
  • Das standardisierte Inzidzenzverhältnis (SIR) für eine SMN lag bei 1,40 (95 %-KI: 1,19–1,62).
  • Signifikant erhöhtes Risiko folgender Krebserkrankungen:
    • Atemwege: SIR = 1,69, 95 %-KI: 1,15–2,4
    • Urogenitaltrakt: SIR = 1,39, 95 %-KI: 1,04–1,81
    • Hautkrebs, ausschließlich Basalzell- und Plattenepithelkarzinom: SIR = 1,94, 95 %-KI: 1,04–3,32
  • Das Risiko einer SMN war bei Männern erhöht: SIR = 1,57, 95 %-KI: 1,29–1,88
  • Patienten mit einer Krebserkrankung im Urogenitaltrakt nach der CML wiesen im Vergleich zu abgestimmten Patienten mit einer De-novo-Krebserkrankung ein unterlegenes OS (p = 0,018) auf.

Einschränkungen

  • Retrospektive Daten.