Chronische lymphatische Leukämie: Leitlinien der DGHO aktualisiert


  • Oncology guidelines update
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Kernbotschaften

Die allogene Stammzelltransplantation (HSCT) ist die einzige kurative Therapieform bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und wird vor allem Hochrisiko-Patienten empfohlen. Konventionelle Zytostatika bleiben eine Option, werden aber zunehmend mit Antikörpern und zielgerichteten Substanzen kombiniert oder durch diese ersetzt. Das progressionsfreie Überleben (PFS), das Gesamtüberleben und die Lebensqualität haben sich durch die neueren Medikamente verbessern lassen. Die Algorithmen wurden in den Onkopedia-Leitlinien entsprechend angepasst, auch wenn die optimalen Sequenzen häufig noch unklar sind.

Hintergrund

Die CLL ist die häufigste Leukämie in westlichen Industrienationen. Jährlich gibt es in Deutschland circa 5.600 Neuerkrankungen. Die absolute 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 73,2 % für Frauen und 71,2 % für Männer. Allerdings haben Patienten, die auf die derzeitigen Standard-Chemoimmuntherapien refraktär oder nur kurz in Remission sind (

Design

  • Die Onkopedia-Leitlinien werden von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkolgie erarbeitet (DGHO) nach den Vorgaben der DGHO

Hauptergebnisse

  • Für die Erstlinientherapie kommen, je nach Komorbidität und Mutationsstatus, der BTK-Inhibitor Ibrutinib in Frage oder Chemoimmuntherapien wie Fludarabin/Cyclophosphamid/Rituximab oder Bendamustin/Rituximab.
  • Für die Zweitlinie bei Progress, refraktärer Erkrankung oder Frührezidiv stehen nun der BTK-Inhibitor Ibrutinib, der BCL2-Inhibitor Venetoclax und der PI3Kdelta-Inhibitor Idelalisib zur Verfügung.
    • Ibrutinib führte in der RESONATE-1-Studie im Vergleich mit einem Anti-CD20 Antikörper zu einer signifikanten Verlängerung des PFS (HR: 0,13; Median nicht erreicht) und der Gesamtüberlebenszeit (HR für Tod: 0,59).
    • Die Dreifachkombination Ibrutinib/Bendamustin/Rituximab/ war der Zweifachkombination Bendamustin/Rituximab überlegen und führte ebenfalls zu einer Verlängerung des PFS (HR: 0,2) und des Gesamtüberlebens (HR für Tod: 0,55).
  • Der BCL2-Inhibitor Venetoclax bewirkte in Kombination mit Rituximab ab dem 1. Rezidiv gegenüber Bendamustin/Rituximab eine Verlängerung des PFS (HR 0,16; Median nicht erreicht) und der Gesamtüberlebenszeit (HR 0,50; Median nicht erreicht), eine höhere Rate hämatologischer Remissionen und weniger minimale Resterkrankungen (MURANO-Studie).
  • Für Patienten, die in der Erstlinie mit Ibrutinib behandelt wurden, ist Venetoclax plus Rituximab die empfohlene Therapie.
  • Beim Rezidiv 24 bis 36 Monate nach Erstlinien-Chemoimmuntherapie gilt die Kombination aus Venetoclax und Rituximab als bevorzugte Option.
  • Bei einem Frührezidiv nach Chemoimmuntherapie sowie bei Ibrutinib-naiven Hochrisiko-Patienten (mit 17p-Deletion/TP53-Mutation) werden Ibrutinib und die Kombination Venetoclax/Rituximab empfohlen. Venetoclax ist auf 24 Monate begrenzt.

Klinische Bedeutung
Aufgrund des im Allgemeinem hohen Erkrankungsalters von CLL-Patienten sind die Fortschritte in der Verträglichkeit neuer Therapieregime bei immer stärkerer Angleichung an die normale Lebenserwartung klinisch von hoher Bedeutung.

Finanzierung: Vorgaben der DGHO