Chinesische Studie zeigt erhöhte Rate an Frühgeburten unter Feinstaubexposition


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Mit steigenden Konzentrationen besonders kleiner Feinstaubpartikel (PM1) wächst das Risiko einer Frühgeburt um 10 – 30 Prozent. Zumindest in China scheint das Risiko besonders ausgeprägt, wenn die Schwangerschaft im Herbst beginnt.

Hauptergebnisse

  • Die Forscher fanden eine Frühgeburtenrate von 8 %.
  • In ihren vollständig adjustierten Modellen war eine Zunahme der PM1-Konzentration um 10 µg/m3 mit einem signifikant erhöhten Risiko für Frühgeburten assoziiert (Quotenverhältnis HR 1,09, 95%-Konfidenzintervall 1,09 – 1,10). Gleichzeitig stieg das Risiko für Entbindungen zwischen Woche 28 und 31 um 20 % (HR 1,20, 95%-Konfidenzintervall 1,18-1,23) und für extreme Frühgeburten um 29 % (HR 1,29, 95%-Konfidenzintervall 1,25 – 1,34).
  • Unter den Schwangeren erwiesen sich bestimmte Gruppen als besonders vulnerabel: Alter zwischen 30 und 50 Jahren (HR 1,13), Übergewicht vor der Schwangerschaft (HR 1,13), Leben in einem ländlichen Haushalt (HR 1,09), Arbeit als Bäuerin (HR 1,10).
  • Schließlich fand man die größte Risikoerhöhung mit einem HR von 1,48 bei jenen Frauen, die im Herbst schwanger geworden waren.

Design

  • Nationale Kohortenstudie unter Nutzung der Daten eines Nationalen Gesundheitsprogams für Schwangere aus 324 der 344 Präfekturen des chinesischen Festlands.
  • Ausgewertet wurden 1.300.342 gesunde Einzelschwangerschaften, wobei die vorhergesagten PM1-Konzentrationen nach Trimestern abgeglichen wurden mit dem Wohnort der Schwangeren und der Rate an Frühgeburten (
  • Finanzierung: National Key Research and Development Program, National Natural Science Foundation of China, China Medical Board und andere.

Klinische Bedeutung

Zwar berichten einige Studien eine Assoziation zwischen der Feinstaub-Exposition und dem Risiko einer Frühgeburt. Nach Angaben der Autoren waren diese Studien jedoch beschränkt auf Menschen, die in der Nähe von Messstationen leben. Auch Feinstaub mit einem Durchmesser von maximal 1 µm (PM1) wurde demnach bisher nicht berücksichtigt. Die chinesische Forschergruppe schließt diese Lücke, indem sie die PM1-Konzentrationen zusätzlich mit Satelliten- und meteorologischen Daten abschätzt und mit dem Wohnort und der Rate von Frühgeburten bei mehr als 1,3 Millionen Schwangeren abgleicht. Die gefundenen erhöhten Risikoraten von ca. 10 – 30 Prozent für jede Zunahme der PM1-Konzentrationen um 10 µg/m3 sollen nun die Grundlage bilden nicht nur für weitere Studien, sondern auch für Gesundheitsinterventionen und die Umweltpolitik, schreiben die Wissenschaftler.