Cervixkarzinom ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen weltweit

  • Lancet Global Health

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Epidemiologen schätzen 570.000 Neuerkrankungen und 311.000 Todesfälle für das Cervixkarzinom im Jahr 2018.

Hintergrund

Nachdem Infektionen mit dem menschlichen Papillomavirus (HPV) als Hauptursache des Gebärmutterhalskrebs erkannt wurden, sind Impfstoffe und Assays entwickelt worden die es ermöglichen könnten, die Inzidenz dieser Krankheit drastisch zu reduzieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine weltweite Initiative gestartet, um durch Prävention, Screening und Therapie das Cervixkarzinom als öffentliches Gesundheitsproblem im 21. Jahrhundert zu eliminieren.

Design

Ziel der Studie war es, Ausgangswerte für die Inzidenz und Mortalität des Cervixkarzinoms sowie das Durchschnittsalter bei der Diagnose in 185 Ländern abzuschätzen. Dazu wurden die Datenbank Global Cancer Observatory 2018 und die Mortalitätsstatistiken der WHO herangezogen, sowie die Länder in Subkontinente und aufgrund des Human Development Index nach dem Umfang ihrer Ressourcen aufgeteilt.

Ergebnisse

  • Im Jahr 2018 erkrankten weltweit etwa 570.000 Frauen an einem Cervixkarzinom, 311.000 starben daran.
  • Die altersstandardisierte Inzidenz wurde auf 13,1 / 100.000 Frauen geschätzt, wobei die Werte in den einzelnen Ländern zwischen 2 und 75 schwankten.
  • Während das Cervixkarzinom global unter den Krebserkrankungen bei Frauen den 4. Platz einnahm, war es in Ost-, West-, Süd- und Mittelafrika die häufigste krebsbedingte Todesursache.
  • Mehr als ein Drittel der weltweiten Belastung entfiel auf China und Indien mit 106.000 bzw. 97.000 Erkrankungen und 48.000 bzw. 60.000 Todesfällen.
  • Im weltweiten Durchschnitt wurden Cervixkarzinome mit 53 Jahren diagnostiziert (zwischen 44 Jahren in Vanuatu und 68 Jahren in Singapur).

Klinische Bedeutung

Relativ kurz nach der Einführung der HPV-Impfung in den meisten westlichen Ländern ist noch keine Abnahme der Mortalität zu erwarten. Im Vergleich zu den Zahlen des Global Cancer Observatory für 2008 (530.000 Erkrankungen, 275.000 Todesfälle, altersstandardisierte Inzidenz 15 / 100.000) hat sich auf globaler Ebene nicht viel verändert. Die neuen Zahlen sind aber ein Referenzwert, an dem die ehrgeizigen Ziele der WHO künftig gemessen werden sollten.

Finanzierung: Belgische Stiftung gegen Krebs, Europäische Kommission, Bill & Melinda Gates Foundation.