Cannabis-Konsum: Wissenschaftliche Daten zur Wirkung auf Herz und Gefäße unzureichend


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Die  Studiendaten lassen der Metaanalyse zufolge keine sicheren Aussagen zu den Effekten von Cannabis auf kardiovaskuläre Risikofaktoren und Komplikationen oder Erkrankungen zu.

Hauptergebnisse

Sechs der analysierten Studien haben nach Angaben der Autoren Hinweise auf mögliche positive Stoffwechseleffekte von Cannabis-Produkten geliefert. Allerdings habe es sich dabei nicht um prospektive Untersuchungen gehandelt. In prospektiven Studien seien keine positiven metabolischen Wirkungen festgestellt worden.

Die wissenschaftliche Datenlage zu Effekten von Cannabis auf das Risiko für Diabetes, Dyslipidemie, Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie auf die kardiovaskuläre Sterberate und auf die Gesamtmortalität erwies sich laut den Autoren als unzureichend für valide Schlussfolgerungen. Dies habe auch für die prospektiven Langzeit-Studien gegolten.

Design

Auswertung  von 24 prospektiven und retrospektiven Beobachtungsstudien zum Zusammenhang zwischen dem Konsum von Cannabis einerseits und kardiovaskulären Risikofaktoren sowie Erkrankungen andererseits. 

Finanzierung: National Heart, Lung, and Blood Institute (Bethesda, USA).

Klinische Bedeutung

Viele Risiken des Cannabis-Konsums zu Rauschzwecken sind bekannt. Als besonders schädlich gilt der Konsum in der frühen Jugend. Im Bereich der Anwendung von Cannabis als Arzneimittel ist der Forschungsstand noch sehr uneinheitlich, wie der aktuelle Ergebnisbericht der vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Studie „Cannabis: Potential und Risiken. Eine wissenschaftliche Analyse (CaPRis)“  gezeigt hat. Der Bericht fasst den aktuellen Forschungsstand zum Thema Cannabis zusammen. Dargestellt werden sowohl die Risiken des Cannabiskonsums zu Rauschzwecken, als auch der Nutzen von Cannabinoiden für den medizinischen Gebrauch. 

Auch der Metaanalyse zu Folge ist das Wissen zum Zusammenhang von Cannabis und kardiovaskulären Risikofaktoren sowie Erkrankungen unzureichend. Ein Hauptgrund sind den Autoren zufolge methodische Mängel der bisherigen Studien. Insbesondere vor dem Hintergrund der medizinischen Anwendung sind hier noch qualitativ bessere Untersuchungen und Langzeit-Studien sinnvoll.