Cannabidiol gegen Cannabis? Erste randomisierte Studie zur Dosisfindung

  • Lancet Psychiatry

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine kleine Studie der Phase 2 hat 3 Dosierung von Cannabidiol auf den Nutzen für die Reduktion des Cannabiskonsums überprüft. Dabei erwiesen sich 2 Dosierungen gegenüber Placebo als überlegen.

Hintergrund

Cannabidiol ist ein nicht psychoaktiver Inhaltsstoff aus der Hanfpflanze, der möglicherweise gegen Cannabisgebrauch wirksam sein könnte. Die effektive und sichere Dosis ist allerdings nicht gut erforscht.

Design

Doppel-blinde, Placebo-kontrollierten Studie der Phase 2 mit einem adaptiven Bayesianischen Design am University College London. Die 48 Teilnehmer mit Cannabis-Gebrauchsstörung gemäß DSM V wurden randomisiert auf Placebo oder 200, 400 bzw. 800 mg Cannabidiol täglich. In der 2. Phase der Studie wurden weitere 34 Teilnehmer randomisiert auf Placebo oder jene Dosierungen von Cannabidiol, die in der Zwischenanalyse am wirksamsten erschienen (400 und 800 mg). Die Wirksamkeit wurde mittels Urinproben auf Cannabis sowie der Zunahme abstinenter Tage bestimmt.

Ergebnisse

  • Im Vergleich zu Placebo reduzierte eine Cannabidiol-Dosis von 400 mg / Tag das Verhältnis von THC-COOH zu Kreatinin um –94,21 ng/mL (95%-Konfidenz-Intervall –161,83 bis –35·56).
  • Die Abstinenz von Cannabis erhöhte sich bei dieser Konzentration um 0,48 Tage / Woche (95%-KI 0,15 – 0,82)
  • Die entsprechenden Werte für eine Dosierung von 800 mg Cannabidiol waren –72,02 ng/mL und 0,27 Tage / Woche.
  • Die Autoren berichten, dass Cannabidiol gut vertragen wurden und es keine schweren Nebenwirkungen gab. 94 % der insgesamt 82 Teilnehmer hätten die Studie beendet.

Klinische Bedeutung

In dieser ersten randomisierten, klinischen Studie zum Nutzen von Cannabidiol bei Cannabisgebrauch erwiesen sich Dosierungen von 400 und 800 mg täglich als sicher und wirksamer im Vergleich zu Placebo. Damit könnte dieser Wirkstoff nach Ansicht der Autoren das Potenzial haben, dem gegenwärtig unerfüllten Bedarf nach einer wirksamen Therapie bei Cannabisgebrauch zu begegnen.

Finanzierung: Medical Research Council.