Camrelizumab schrumpft Tumoren bei einem Siebtel der Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs

  • Lancet Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In der Second-Line-Therapie des hepatozellulären Karzinoms wurde in einer chinesischen, nicht kontrollierten Studie objektive Ansprechraten von 15 % erzielt.

Hintergrund

Die Medikamentenklasse der Checkpoint-Inhibitoren gehört zu den Hoffnungsträgern in der Onkologie und wird nach ersten Erfolgen beim Melanom und beim Nierenkrebs nun auch beim hepatozellulären Karzinom (HCC) erprobt. Camrelizumab ist einer von mehreren Checkpoint-Inhibitoren, die aktuell durch chinesische Unternehmen entwickelt werden. Etwa die Hälfte der weltweit 841.000 Todesfälle durch HCC entfiel im Jahr 2018 auf China. Dort ist – im Gegensatz zu den meisten westlichen Ländern – gegenwärtig mit Regorafenib nur ein innovatives Präparat zur Second-line-Therapie des HCC zugelassen.

Design

Multizentrische, offene randomisierte Studie der Phase 2 an 13 chinesischen Einrichtungen mit 217 Patienten. Sie hatte alle eine histologisch oder zytologisch bestätigte Diagnose eines fortgeschrittenen HCC, einen ECOG-Performance-Wert von 0 oder 1, und waren entweder progredient, oder sie hatten vorausgegangene systemische Therapien nicht vertragen. Alle Patienten erhielten Camrelizumab in einer Dosierung von 3 mg/kg intravenös. Randomisiert wurde auf zeitliche Abstände von entweder 2 oder 3 Wochen. Primäre Studienziele waren die objektive Ansprechrate und das Überleben nach 6 Monaten.

Ergebnisse

  • Nach einer mediane Nachverfolgungszeit von 12,5 Monaten hatten 14,7 % der Patienten objektiv auf die Behandlung angesprochen.
  • Die Überlebenswahrscheinlichkeit nach 6 Monaten wurde mit 74,4 % berechnet.
  • Nebenwirkungen der Schweregrade 3 oder 4 erlitten 22 % der Patienten. Am häufigsten wurden erhöhte Aspartat-Aminotransferase-Werte beobachtet (5 %) und eine Abnahme der Neutrophilen (3 %).
  • 2 Todesfälle wurden als möglicherweise im Zusammenhang mit der Behandlung gedeutet: Ein Leberversagen, und ein Multi-Organ-Versagen.

Bedeutung

Camrelizumab zeigte eine (mäßige) Antitumor-Aktivität, bei beherrschbaren Nebenwirkungen. Daher könne das Präparat womöglich eine neue Behandlungsoption darstellen, schreiben die Autoren. Eingeschränkt wird diese Aussage jedoch durch die vergleichsweise kurze Nachbeobachtungszeit und eine fehlende Vergleichsmöglichkeit.

Finanzierung: Jiangsu Hengrui Medicine.