Burn-out: Laut neuer internationaler WHO Klassifizierung ein berufsbedingtes Syndrom

  • Weltgesundheitsorganisation

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Burn-out ist in der 11. Revision der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als berufliches Syndrom im Kapitel „Einflussfaktoren auf den Gesundheitszustand oder den Kontakt mit Gesundheitsdiensten“ eingestuft. Burn-out wird dementsprechend von der WHO nicht als medizinischer Zustand angesehen.

Hintergrund

Die WHO Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, die elfte Überarbeitung der Internationalen statistischen Klassifikation von Krankheiten und damit verbundenen Gesundheitsproblemen (ICD-11) zum 1. Januar 2022 in Kraft zu setzen. Dabei ist die ICD die Grundlage für die Identifizierung von Gesundheitstrends und -statistiken weltweit und der internationale Standard für die Meldung von Krankheiten und Gesundheitszuständen.

So wurde die ICD-11 für das 21. Jahrhundert aktualisiert und spiegelt wichtige Fortschritte in Wissenschaft und Medizin wider, und gibt erstmals eine detaillierte Definition zu Burn-out Erkrankungen.

Definition des Burn-outs nach ICD-11

Gemäß der ICD-11 wird Burn-out als ein Syndrom eingestuft, welches als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz entstanden ist und bisher nicht erfolgreich behandelt wurde.

Es zeichnet sich durch drei Dimensionen aus:

  • Gefühle von Energieverlust oder Erschöpfung,
  • zunehmende geistige Distanz von der eigenen Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus im Zusammenhang mit der eigenen Arbeit,
  • verminderte berufliche Produktivität.

Burn-out bezieht sich speziell auf Phänomene im beruflichen Kontext und sollte nicht zur Beschreibung von Erfahrungen in anderen Lebensbereichen angewendet werden. 

Die Weltgesundheitsorganisation ist dabei, evidenzbasierte Leitlinien für das psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu entwickeln.