Brustkrebsüberlebende tragen laut französischer Studie überproportionales Risiko für AML und MDS

  • Jabagi MJ & al.
  • JAMA Netw Open
  • 04.01.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Univadis Clinical Summaries
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Erkenntnis

  • Überlebende von Brustkrebs tragen ein übermäßiges Risiko für akute myeloische Leukämie (AML) und myelodysplastisches Syndrom (MDS) sowie in geringerem Maße, für akute lymphoblastische Leukämie/lymphozytisches Lymphom (ALL/LL) und multiples Myelom (MM), verglichen mit der weiblichen Allgemeinbevölkerung.

Warum das wichtig ist

  • Patientinnen mit Brustkrebs leben länger.
  • Hier handelt es sich um die bislang größte und erste umfassende Kohorte, die 6 maligne hämatologische Erkrankungen evaluierte.
  • Patientinnen sollten auf AML und MDS (bekannte Risiken aus kleineren Studien), aber auch auf ALL/LL und MM überwacht werden, die hier zum ersten Mal als Risikofaktor identifiziert wurden.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohorte von 439.704 Brustkrebsfällen aus dem French National Health Data System (2006–2015), die ≥ 6 Monate nach der Brustkrebsdiagnose auf 6 mögliche maligne hämatologische Erkrankungen hin nachbeobachtet wurden.
  • Das absolute und das relative Risiko einer malignen hämatologischen Erkrankung im Vergleich zu allen Frauen aus der französischen Gesamtbevölkerung wurde im französischen allgemeinen Krankenversicherungsprogramm (2007–2015) erfasst.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 5 Jahre.
  • Das relative Risiko war für 4/6 der malignen hämatologischen Erkrankungen signifikant erhöht:
    • AML: standardisiertes Inzidienzratenverhältnis (SIRR): 2,8 (95 %-KI: 2,5–3,2).
    • MDS: SIRR: 5,0 (95 %-KI: 4,4–5,7).
    • MM: SIRR: 1,5 (95 %-KI: 1,3–1,7).
    • ALL/LL: SIRR: 2,0 (95 %-KI: 1,3–3,0).
    • Kein Unterschied fand sich bei myeloproliferativen Neubildungen und Hodgkin-/Non-Hodgkin-Lymphom.

Einschränkungen

  • Keine externe Validierung der Krebserkrankungen.