Brustkrebsmortalität: Duktales Carcinoma in situ mit dreifach erhöhtem Risiko assoziiert

  • JAMA Network Open

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In einer großen US-amerikanischen Kohortenstudie wurde die Brustkrebssterblichkeit von Frauen nach einem duktalen Carcinoma in situ mit der Allgemeinbevölkerung verglichen. Sie ist mehr als dreifach erhöht; das erhöhte Risiko hält über mehr als 15 Jahre an.

Hintergrund

Aus einem duktalen Carcinoma in situ (DCIS) kann ein invasives Mammakarzinom entstehen. Das Brustkrebs-Sterberisiko nach einer DCIS-Diagnose wurde bisher aber nicht mit dem von Frauen in der Allgemeinbevölkerung verglichen.

Design

Kohortenstudie mit den Daten von 144.524 Frauen im durchschnittlichen Alter von 57,4 Jahren, die zwischen 1995 und 2014 mit DCIS diagnostiziert und in der US-Datenbank SEER (Surveillance, Epidemiology and End Results) erfasst wurden. Für jede Frau in dieser Kohorte wurde die erwartete Sterbewahrscheinlichkeit durch Brustkrebs berechnet und mit Krebs-freien Frauen aus der Allgemeinbevölkerung mit gleicher Nachverfolgungszeit verglichen.

Ergebnisse

  • In der Kohorte starben 1540 Frauen an Brustkrebs. Demgegenüber wurde für die Allgemeinbevölkerung 458 erwartete Todesfälle berechnet.
  • Die standardisierte Brustkrebs-Mortalitätsrate für Frauen mit einem DCIS betrug 3,36 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 3,20 – 3,53. Dieses erhöhte Todesrisiko persistierte länger als 15 Jahre nach der Diagnose.

Klinische Bedeutung

Eine im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung 3-fach erhöhte Brustkrebsmortalität unter Frauen, denen ein DCIS diagnostiziert wurde, legt nahe, dass die aktuellen Therapien zur Prävention eines invasiven Tumorwachstums nicht ausreichen, um das erhöhte Brustkrebs-Sterberisiko dieser Frauen auch nur annähernd zu normalisieren.

Finanzierung: Peter Gilgan Center for Women’s Cancers.