Brustkrebs: Zweitmeinungen in niederländischer Kohorte häufig in Widerspruch mit ursprünglicher Beurteilung

  • Heeg E & al.
  • Ann Surg Oncol
  • 11.10.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Nach den Ergebnissen einer niederländischen Kohorte führten 45,3 Prozent der Zweitbewertungen bei Patientinnen mit Brustkrebs, die eine zweite Meinung bezüglich Diagnostik oder Behandlung einholten, zu mindestens einer größeren oder kleineren Diskrepanz im Vergleich zur ursprünglichen Beurteilung.

Warum das wichtig ist

  • Angesichts der Tatsache, dass die Versorgung bei Brustkrebs zunehmend komplexer wird, ist ein größerer Konsens in Bezug auf Diagnostik und Behandlungsmodalitäten erforderlich.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohorte (n = 591) mit Patientinnen, die sich für eine Zweitmeinung an das Netherlands Cancer Institute (NCI) wandten (2015–2016) und von denen sich 470 vor der Zweitmeinung keiner Behandlung unterzogen hatten.
  • Finanzierung: Dutch Cancer Society.

Wesentliche Ergebnisse

  • 90,7 Prozent der von den 591 Patientinnen eingeholten Zweitmeinungen wurden von den Patientinnen selbst initiiert (und nicht vom Arzt).
  • Bei den 470 Patientinnen, die sich vor der Zweitmeinung keiner Behandlung unterzogen hatten, wurde Folgendes festgestellt:
    • Bei 45,3 Prozent der Zweitmeinungen ergab sich mindestens eine geringfügige (16,2 %) oder größere (29,1 %) Diskrepanz gegenüber der ersten Beurteilung.
    • Die Diskrepanzen waren ähnlich zwischen den von Ärzten oder Patientinnen initiierten Zweitmeinungen (45,2 % bzw. 45,6 %; p = 0,708).
    • Mehr Diskrepanzen wurden bei Patientinnen festgestellt, bei denen zusätzliche bildgebende Untersuchungen (51,3 % vs. 37,2 % ohne zusätzliche Bildgebung; p = 0,002) und Biopsien (53,7 % vs. 40,3 % ohne weitere Biopsien; p = 0,005) vorgenommen wurden.
    • Die Mehrzahl der behandlungsbezogenen Diskrepanzen war groß und betraf die Primärbehandlung (operativer Eingriff vs. neoadjuvante systemische Behandlung), die Art der ersten Operation (Mastektomie vs. brusterhaltende Operation) und den Einsatz einer unmittelbaren Mamma-Rekonstruktion.

Einschränkungen

  • Monozentrische Studie.