Brustkrebs: Was gibt es Neues in den NCCN-Leitlinien?

  • Telli ML & al.
  • J Natl Compr Canc Netw
  • 01.05.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Univadis Clinical Summaries
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Erkenntnis

  • In einem Übersichtsartikel werden mindestens 4 große evidenzbasierte Aktualisierungen der NCCN(National Comprehensive Cancer Network)-Leitlinien für Brustkrebs hervorgehoben, einschließlich des Verzichts auf die Chemotherapie bei Patientinnen mit moderaten 21-Gen-Rezidiv-Scores und der Ovarialsuppression bei prämenopausalen Patientinnen.

Warum das wichtig ist

  • In neuen Ergänzungen werden diagnostische und Behandlungsmöglichkeiten spezifiziert.

Wichtigste Punkte

  • 21-Gen-Rezidiv-Scores:
    • Der 21-Gen-Assay wird anderen genetischen Assays gegenüber vorgezogen, da mit ihm vorhergesagt werden kann, wer von der Chemotherapie profitiert.
    • In der Studie TAILORx wurde gezeigt, dass Patientinnen mit einer Hormonrezeptor(HR)-positiven/knotennegativen Erkrankung und einem mittleren 21-Gen-Score (11–25) auf eine Chemotherapie verzichten und sich nur auf eine Endokrin-Therapie verlassen können.
  • Prämenopausaler Brustkrebs:
    • Die Aktualisierungen der Studien SOFT und TEXT nach 8 Jahren deuten darauf hin, dass bei HR+/HER2(humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2)-negativem Brustkrebs im Frühstadium die Behandlung mit Tamoxifen oder Exemestan durch eine Ovarialsuppression (unter Verwendung von Triptorelin, Oophorektomie oder Röntgenbestrahlung der Ovarien) ergänzt werden sollte.
  • Management der Achselhöhle bei Brustkrebs im Frühstadium:
    • Laut der klinischen Studie ACOSOG Z0011 können Patientinnen, die keine tastbaren Lymphknoten und 1 oder 2 positive Wächterlymphknoten haben und sich einer brusterhaltenden Operation mit Bestrahlung der ganzen Brust unterziehen, eine vollständige axilläre Lymphknotendissektion vermeiden.
  • Metastasierender oder fortgeschrittener Brustkrebs:
    • Ergänzung der Aromataseinhibitoren durch CDK4/6-Inhibitoren bei HR+/HER2- Patientinnen.
    • Für Patientinnen mit BRCA1/2-Mutationen sollten neue Medikamente wie Talazoparib in Betracht gezogen werden und für Patientinnen mit dreifach negativem, PD-L1 exprimierendem Brustkrebs der neue Immuntherapie-Wirkstoff Atezolizumab.