Brustkrebs: Verbessert hoher Kaffee- und Teekonsum Symptome und Überleben?

  • Helga Gutz
  • Clinical Summary
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Hintergrund

  • Frühere Untersuchungen zeigten einen Zusammenhang zwischen höherem Kaffee- und Teekonsum und einem geringeren Risiko, an Brustkrebs zu erkranken oder zu sterben.

Erkenntnis

  • Diese neue 4-Jahres-Studie mit fast 4000 Brustkrebspatienten ergab, dass ein sehr hoher Kaffee- oder Teekonsum (≥4 Tassen/Tag) nach der Diagnose nicht mit einer Verringerung häufiger Krebssymptome wie Schmerzen, Müdigkeit und emotionaler Belastung oder mit einem langsameren Fortschreiten der Krankheit oder dem Tod in Verbindung steht.

Warum das wichtig ist

  • Dies ist die umfangreichste und längste Studie ihrer Art und die erste, die allgemeine Krebssymptome und den Grad der Krankheitsprogression (d. h. invasives DFS, Fern-DFS) zusammen mit dem OS bewertet.

Studiendesign

  • Bei dieser Studie mit der Bezeichnung CANTO handelte es sich um eine prospektive Kohorte von 3788 Patienten mit Brustkrebs (Stadien I-III) an 26 Zentren in Frankreich.
  • Der Kaffee- und Teekonsum wurde anhand der Antworten im gut validierten Fragebogen zur Lebensmittelhäufigkeit (food frequency questionnaire, FFQ) ermittelt.
  • Der FFQ wurde bei der Diagnose, im ersten Jahr nach der Diagnose und dann alle drei Monate vom zweiten bis zum vierten Jahr erhoben. Insgesamt wurden 13 Auswertungen durchgeführt. Die Antworten wurden in vier Kategorien eingeteilt: niedriger Konsum (<1 Tasse/Tag), mäßiger Konsum (2 Tassen/Tag), hoher Konsum (3 Tassen/Tag) und sehr hoher Konsum (≥4 Tassen/Tag). Der niedrige Konsum war die Referenzgruppe, die für alle Analysen verwendet wurde.
  • Drei gut validierte Fragebögen wurden zur Bewertung der Funktionsfähigkeit und der häufigsten Krebssymptome verwendet.
  • Krankheitsverlauf und Überleben wurden in drei Gruppen eingeteilt: invasives krankheitsfreies Überleben (iDFS), fernerkrankungsfreies Überleben (D-DFS) und Gesamtüberleben (OS).
  • Finanzierung: Nationale Forschungsagentur; ASCO Foundation; Susan G. Komen Foundation; andere.

Wesentliche Ergebnisse

  • Das Durchschnittsalter der Kohorte zum Zeitpunkt der Diagnose betrug 56,1 Jahre.
  • Der Konsum von Kaffee und Tee war im Laufe der Studie stabil.
  • Im Laufe der Zeit kam es zu einer erheblichen Verschlechterung der Lebensqualität, wobei aber kein Unterschied zwischen sehr hohem und niedrigem Kaffee- und Teekonsum beobachtet wurde. Die Lebensqualität wurde mit dem 30 Punkte umfassenden Fragebogen EORTC QLQ-C30 (European Organization for Research and Treatment of Cancer Quality-of-Life Questionnaire Core 30) beurteilt:
    • Dieser Fragebogen umfasst gängige Krebssymptome wie Fatigue, Schmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit.
  • Es wurden keine Unterschiede zwischen sehr hohem und niedrigem Kaffee- und Teekonsum in Bezug auf die körperlichen, emotionalen und kognitiven Dimensionen der Fatigue (bewertet anhand des EORTC QLQ-FA12-Fragebogens) oder in Bezug auf Ängste und Depressionen (bewertet mit der Hospital Anxiety and Depression Scale) festgestellt.
  • Bei iDFS, D-DFS und OS zeigten sich keine Unterschiede zwischen sehr hohem und niedrigem Konsum.
  • Auch für mäßigen und hohen Kaffee- und Teekonsum (im Vergleich zu niedrigem Konsum) zeigten sich bei sämtlichen Behandlungsergebnissen keine Unterschiede.

Einschränkungen

  • Beobachtungsdesign.
  • Kurze Nachbeobachtungszeit für die Überlebensergebnisse.