Brustkrebs-Screening: Bei sehr dichtem Drüsengewebe senkt MRT das Risiko für Intervallkarzinome

  • N Engl J Med

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Wird bei der Mammografie im Rahmen des Brustkrebs-Screenings ein sehr röntgendichtes Drüsengewebe festgestellt, könnte Frauen mit negativem Mammografie-Befund zusätzlich eine MRT-Untersuchung angeboten werden. Die Zusatz-MRT-Untersuchung halbiert das Risiko für Intervallkarzinome.

Hintergrund
Bis zu 20 % der Frauen, die im Rahmen der Brustkrebs-Früherkennung eine Mammografie erhalten, haben ein sehr dichtes Drüsengewebe. Das Risiko für einen falsch-negativen Befund in der Röntgenuntersuchung ist dann erhöht. In einer prospektiven, randomisierten und kontrollierten Studie hat ein niederländisches Forscherteam die Frage untersucht, ob bei diesen Frauen ein MRT nach einem negativen Mammografie-Befund sinnvoll sein kann, um eventuell übersehene frühe Karzinome zu entdecken.

Design

  • prospektiv randomisierte Studie an Mammografie-Zentren in den Niederlanden
  • Zeitrahmen: 2011 bis 2015
  • 40.373 Frauen mit röntgendichtem Drüsengewebe (Grad 4, Volpara-Software) wurden 1: 4 zentral und prospektiv randomisiert
    • in eine Gruppe, der zusätzlich ein MRT angeboten wurde (n = 8.061), und
    • in eine zweite Gruppe mit üblicher Mammografie-Untersuchung (n = 32.312).

Hauptergebnisse
Die Inzidenz für biopsiebestätigte Intervallkarzinome (2-Jahreszeitraum) betrug in der Kontrollgruppe mit Mammografie alleine 5,0/1.000 Screenings und in der Gruppe mit zusätzlicher MRT-Untersuchung 2,5/1.000 Screenings. Dies war eine Halbierung der Inzidenz durch die zusätzliche Bildgebung; das Ergebnis war statistisch signifikant (p

Von 300 Frauen mit einem Malignomverdacht auf Basis des MRT wurde bei 79 der Verdacht durch eine histologische Untersuchung bestätigt. Die Rate der falsch-positiven MRTs betrug 79,8/1.000 Screenings. Dies sollte, so die Autoren, mit den Frauen vorab besprochen werden.

Klinische Bedeutung
Für Frauen mit röntgendichter Brust könnte ein MRT zusätzlich zur Mammografie eine Option für die Brustkrebsfrüherkennung sein, so die Autoren. Die Zusatzuntersuchung reduziert die Rate der Intervallkarzinome. Offen sei allerdings die Frage, ob sich dadurch auch die Sterblichkeit verringert.

Finanzierung: Universitätsmittel