Brustkrebs: Kein verlängertes krankheitsfreies Überleben durch Bestrahlung nach Mastektomie und neoadjuvanter Chemotherapie

  • Krug D & al.
  • Ann Surg Oncol
  • 26.07.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernaussage

  • Eine Radiotherapie nach neoadjuvanter Chemotherapie scheint das lokoregionale Wiederauftreten des Tumors zu reduzieren. Dies führt jedoch nicht zu einem verlängerten krankheitsfreien Überleben, wie die gepoolte Analyse dreier randomisierter kontrollierter Studien zeigt.

Hintergrund

Bislang ist unklar, ob Brustkrebspatientinnen von einer Radiotherapie, die im Anschluss an eine neoadjuvante Chemotherapie und eine Mastektomie erfolgt, profitieren. Einige Studien deuten darauf hin, dass sich bei Patientinnen mit gutem Ansprechen auf die neoadjuvante Chemotherapie kein positiver Effekt zeigt. Die vorliegende Studie analysiert Daten aus drei randomisierten kontrollierten Studien, um den Nutzen einer zusätzlichen Radiochemotherapie zu prüfen.

 

Studiendesign

  • Retrospektive gepoolte Analyse dreier randomisierter kontrollierter Studien (GeparTrio, GeparQuattro und GeparQuinto) mit 817 Teilnehmerinnen mit nicht-inflammatorischem Brustkrebs. 676 (82.7%) der Probandinnen hatten im Anschluss an eine nejoadjuvante Chemotherapie und nach erfolgter Mastektomie eine Bestrahlung bekommen.

 

    Hauptergebnisse

    • Bei 11,3% der Patientinnen, die eine Radiotherapie erhalten hatten, kam es innerhalb von 5 Jahren zu einem kumulativen lokoregionalen Wiederauftreten des Tumors. Demgegenüber standen 15,2% Patientinnen ohne Bestrahlung, bei denen ein kumulatives lokoregionales Wiederauftreten beobachtet wurde.

    • In einer multivariaten Analyse hatten Patientinnen mit Bestrahlung (gegenüber Patientinnen ohne Bestrahlung) ein geringeres Risiko für kumulatives lokoregionales Wiederauftreten (HR 0.51; P=.05).

    • In einer bivariaten Analyse zeigte sich der Vorteil beim kumulativen lokoregionalen Wiederauftreten in folgenden Untergruppen:

      • Patientinnen mit klinischem Lymphknotenbefall vor der neoadjuvanten Chemotherapie (HR 0.54; P=.05);

      • Patientinnen mit klinischem Lymphknotenbefall, die nach der neodajuvanten Chemotherapie mit ypN0 eingestuft wurden (HR 0.37; P=.05).

      • Patientinnen mit cT3/4 Tumoren (HR 0.43; P=.04).

    • In der bivariaten Analyse war das krankheitsfreie Übereben nach Radiotherapie schlechter als bei Patientinnen ohne Radiotherapie (HR 1.48; P=.04). Dieser nachteilige Effekt wurde in der multivariaten Analyse nicht bestätigt (HR 1.14; P=.55).

     

    Klinische Bedeutung

    Die Ergebnisse der Studie stellen den Nutzen einer Radiotherapie nach Mastektomie in Frage.

     

    Limit ierung

    Faktoren, die das Ergebnis der Analyse verzerren, können nicht ausgeschlossen werden.
     

    Finanzierung

    • Die zugrundeliegenden randomisierten kontrollierten Studien erhielten Unterstützung von Amgen, Chugai, GlaxoSmithKline, Roche, Sanofi-Aventis.