Brustkrebs im Frühstadium: neue ASCO-Leitlinie für Genexpressionstest mit MammaPrint

  • J Clin Oncol

  • aus Miriam Davis, PhD
  • Studien - kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Der Genexpressionstest, MammaPrint, wird laut einer neuen Praxisleitlinie der American Society of Clinical Oncology (ASCO) am besten als Entscheidungshilfe für systemische Therapien bei 2 Gruppen von Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium eingesetzt: 1) HR(Hormonrezeptor)-positive/HER(humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2)-negative, knotennegative Patientinnen mit hohem klinischen Risiko; und 2) HR-positive/HER2-negative, knotenpositive Patientinnen mit hohem klinischen Risiko.
  • Die meisten anderen Patientinnengruppen profitieren nicht von MammaPrint.

Warum das wichtig ist

  • Eine Patientin mit einer günstigen Einstufung laut MammaPrint könnte eine Chemotherapie weglassen.

Studiendesign

  • Ein Expertengremium überprüfte die Phase-III-Studie, MINDACT (Prospective Multicenter Randomized Study Assessing Genomic Test Impact on Shared Decision of Adjuvant Chemotherapy in Patients With ER-positive, Her2-negative Early Breast Cancer With Uncertainty on the Indication of Chemotherapy Using Standard Assessments [Prospektive, multizentrische, randomisierte Studie, in der die Auswirkung eines Genexpressionstests auf die gemeinsame Entscheidung einer adjuvanten Chemotherapie bei Patientinnen mit ER-positivem, HER2-negativen Brustkrebs im Frühstadium und Unsicherheit bezüglich der Indikation einer Chemotherapie bei Einsatz von Standardbeurteilungen untersucht wird]) mit 6.693 Frauen, deren Ergebnisse nach Erscheinen der vorgehenden Praxisleitlinie von ASCO im Februar 2016 veröffentlicht worden waren.
  • Finanzierung: nicht offengelegt.

Wesentliche Empfehlungen

  • MammaPrint sollte bei HR-positiven/HER2-negativen, knotennegativen sowie knotenpositiven (1–3 Knoten) Patientinnen mit hohem klinischen Risiko eingesetzt werden.
  • MammaPrint kommt für HR-positive/HER2-negative, knotennegative Patientinnen mit niedrigem klinischen Risiko nicht infrage, da diese ohnehin nicht von einer Chemotherapie profitieren würden.
  • MammaPrint sollte nicht für HR-positive/HER2-negative, knotenpositive Patientinnen mit niedrigem klinischen Risiko verwendet werden; ebenso nicht für HER2-positive Patientinnen und Patientinnen mit dreifach-negativem Brustkrebs, da hierzu klinische Daten fehlen.