Brustkrebs: Chemotherapie in 20-jähriger dänischer Studie mit langfristigen kognitiven Defiziten verknüpft

  • van der Willik KD & al.
  • Breast Cancer Res
  • 15.11.2018

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Im Schnitt 20 Jahre untersuchte Überlebende von Brustkrebs nach einer Behandlung mit einer Chemotherapie weisen eine geringere globale kognitive Leistung als krebsfreie Kontrollpatientinnen auf.
  • Ihre niedrigere kognitive Leistung hängt mit höheren Konzentrationen von Entzündungsmarkern zusammen.

Warum das wichtig ist

  • Eine entzündungshemmende Behandlung könnte nach einer Chemotherapie zur Vorbeugung einer kognitiven Degenerierung geboten sein.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohorte von 166 Brustkrebsüberlebenden (Alter: 50–80 Jahre), die im Schnitt vor 20 Jahren nach einer Operation eine Radiotherapie und 6 Zyklen einer Chemotherapie (Cyclophosphamid, Methotrexat und Fluorouracil) erhalten hatten. Die Überlebenden wurden mit krebsfreien Kontrollpatientinnen (n = 1.344) verglichen.
  • Die Daten der Überlebenden stammten aus mehreren Registern in Holland; die Daten der Kontrollpatientinnen aus der Rotterdam-Studie.
  • Die Entzündung wurde anhand von 3 Blut-basierten Marken gemessen: dem Verhältnis Granulozyten zu Lymphozyten (GLR), dem Verhältnis Thrombozyten zu Lymphozyten (PLR) und dem Systemic Immune Inflammation Index (SII).
  • Die globale kognitive Leistung wurde anhand einer großen neuropsychologischen Testbatterie gemessen.
  • Finanzierung: Dutch Cancer Society.

Wesentliche Ergebnisse

  • Überlebende wiesen eine geringere globale kognitive Leistung als Kontrollpatientinnen auf (mittlere Differenz [MD]: -0,21; 95 %-KI: -0,35 bis -0,06).
  • Überlebende hatten zudem höhere Konzentrationen von Entzündungsmarkern:
    • MD für log(GLR): 0,31 (95 %-KI: 0,24–0,37).
    • MD für log(GLR): 0,14 (95 %-KI: 0,09–0,19).
    • MD für log(GLR): 0,31 (95 %-KI: 0,24–0,39).
  • Höhere Konzentrationen der 3 Entzündungsmarker waren bei den Überlebenden mit einer geringeren globalen kognitiven Leistung assoziiert (GLR: p = 0,038; PLR: p = 0,003; SII: p = 0,033), nicht aber bei den Kontrollpatientinnen.

Einschränkungen

  • Retrospektives Design als Beobachtungsstudie.