Brustkrebs-Bluttest: Universitätsklinikum Heidelberg stellt Strafanzeige gegen Unbekannt


  • Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten

Kernbotschaft

Das Universitätsklinikum Heidelberg bedauert die Geschehnisse um den Bluttest zur Brustkrebsdiagnostik und zeigt, dass es die Kritik der Fachgesellschaften, Experten und Öffentlichkeit ernst nimmt. So hat die Uniklinik mit umfänglichen Maßnahmen zur Aufarbeitung des Vorfalls begonnen. Am 04.04.2019 wurde durch das Klinikum Strafanzeige gegen Unbekannt unter allen rechtlichen Gesichtspunkten bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg gestellt.

Hintergrund

Die Ankündigung zur diesjährigen Markteinführung eines Brustkrebs-Bluttests durch die Uniklinik Heidelberg/HeiSceen GmbH, wurde aufgrund der Verquickung von wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen von Fachkreisen stark kritisiert. Ein weitgehend externes Expertenteam soll die Rahmenbedingung für Veröffentlichung von Forschungsinhalten und Firmenausgründungen an der Uniklinik Heidelberg neu strukturieren.

1. Strafanzeige gegen Unbekannt

Der am 21.02.2019 der Öffentlichkeit vorgestellte potentielle Bluttest zur Brustkrebsdiagnostik hat für ein enormes mediales Echo gesorgt. Auch die Uniklinik Heidelberg sieht nun Anzeichen eines unlauteren Vorgehens bei der Entwicklung und Ankündigung des Tests und hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg gestellt. Die Entscheidung über die Aufnahme von Ermittlungen obliegt nun der Staatsanwaltschaft.

2. Eine externe Expertenkomission zur Aufarbeitung

Eine externe neutrale Expertenkommission konstituiert sich. Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr. Matthias Kleiner wird diese Expertenkommission leiten. Prof. Kleiner wird die Mitglieder der Kommission in eigener, freier Entscheidung bestimmen. Zur Kommission werden externe Experten aus verschiedenen Fachgebieten angehört. Die Fachleute sollen Empfehlungen zu Maßnahmen und Veränderungen im Universitätsklinikum Heidelberg geben. Dazu gehören insbesondere Fragen zum Umgang des Klinikums mit der Verwertung seiner Forschungsergebnisse.

3. Interne Aufarbeitungsprozesse

Eine interne wissenschaftliche Arbeitsgruppe und die Innenrevision des Klinikums sind mit der Analyse der Vorgänge beauftragt und berichten direkt an den Vorstand. Zudem hat der Vorstand des Uniklinikums ebenfalls den Aufarbeitungsprozess begonnen und sich bereits detailliert Einsicht in die Projektstrukturen, -prozesse und die wissenschaftlichen Daten verschafft sowie mit Projektbeteiligten gesprochen. Falls sofortige Maßnahmen nötig sind, werden diese ergriffen. Der Vorstand und die Ombudsgremien des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät stehen für Mitarbeiterfragen zur Verfügung.