BRCA-positive Frauen: höhere Gesamtmortalität auch nach risikoreduzierender Operation

  • Öfverholm A & al.
  • Genes (Basel)
  • 16.12.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Einer retrospektiven Kohortenstudie zufolge ist eine risikoreduzierende Operation bei BRCA-positiven Frauen mit einer erheblich reduzierten Inzidenz von Brust- und/oder Eierstockkrebs verknüpft, jedoch nicht mit verringerter Gesamtmortalität. 

Warum das wichtig ist

  • BRCA-positive Frauen, die eine risikoreduzierende Mastektomie (RRM) und/oder Salpingo-Oophorektomie (RRSO) erwägen, sollten über diese Diskrepanz im Benefit zwischen der Reduktion von Gesamtmortalität und Inzidenz informiert werden.
  • Weitere Forschung ist notwendig.

Studiendesign

  • 20-jährige retrospektive, populationsbasierte Kohortenstudie im westlichen Schweden; alle BRCA1/2-positiven Frauen, die zum Zeitpunkt der Registrierung krebsfrei waren; 1995-2016 (N=253).
  • Daten zur Inzidenz und Mortalität aus dem schwedischen Krebsregister wurden mit der allgemeinen Bevölkerung verglichen.
  • Finanzierung: schwedische Regierung und Stadträte.

Wesentliche Ergebnisse

  • Standardisiertes Inzidenzverhältnis (standard incidence ratio; SIR) für Brustkrebs:
    • Bis zur RRM: 14,0 (95% KI 9,42-20,7). 
    • Nach der RRM: 1,93 (95% KI 0,48-7,7).
  • SIR für Eierstockkrebs:
    • Bis zur RRSO: 124,6 (95% KI 59,4-261,3).
    • Nach der RRSO: 13,5 (95% KI 4,34-41,8).
  • Standardisiertes Mortalitätsverhältnis (standard mortality ratio; SMR):
    • Bis zur risikoreduzierenden Operation: 5,56 (95% KI 2,09-14,8). 
    • Nach RRM wie auch RRSO: 4,32 (95% KI 1,62-11,5).

Einschränkungen

  • Anzahl der Todesfälle war für statistische Zwecke niedrig (n=16).
  • Die Studie bildet nicht die Wirkung neuer prophylaktischer Medikamente oder neuer Medikamente gegen Brust- oder Eierstockkrebs ab.