BMG verlängert Frist zur Anbindung an die TI

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Berlin (pag) – Ein halbes Jahr mehr Zeit will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Arztpraxen für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) einräumen. Der Online-Abgleich der Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wird ab 1. Juli 2019 Pflicht. Bei Überschreitung drohen Praxisinhabern laut des eHealth-Gesetzes Sanktionen wie Honorarkürzungen.

Eine Verlängerung der Frist bis Mitte 2019 hatten Vertreter der Ärzteschaft bereits wiederholt gefordert. Dass bislang nur wenige Praxen einen Anschluss haben, liege nicht an den Ärzten, sondern sei Lieferengpässen geschuldet, sagt Spahn laut Medienberichten. Dennoch müssten Praxisinhaber bis Ende Dezember einen TI-Anschluss geordert und einen entsprechenden Vertrag gezeichnet haben, so der Minister. Ursprünglich sollten Ärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen und Apotheken bis 31. Dezember dieses Jahr an das digitale Gesundheitsnetz angebunden sein. Laut Schätzung der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematic) werden von den 150.000 Praxen bis Jahresende nur 50.000 Praxen angeschlossen sein. Hauptgrund dafür ist, dass es bis Anfang September nur einen Konnektor auf dem Markt zu bestellen gab.

„Damit besteht endlich Gewissheit, dass Praxen ab Januar nicht schuldlos in Regress genommen werden“, sagt Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Größere Praxen sollen zudem mehr Geld für die Anbindung erhalten – darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt. Ihnen soll ein Komplexitätszuschlag für den Mehraufwand für die Einbindung weiterer stationärer Kartenterminals zusätzlich zu der Pauschale für die Erstausstattung gezahlt werden. Praxen mit mehr als drei Ärzten und/oder Psychotherapeuten erhalten einmalig 230 Euro, Praxen mit mehr als sechs Ärzten und/oder Psychotherapeuten einmalig 460 Euro.

Derzeit ist laut einer Forsa-Umfrage jede vierte Vertragsarztpraxis nicht an die TI angeschlossen. Viele Mediziner zögern mit dem Abschluss eines Vertrags, weil sie die Technik mit Einführung bereits als veraltet und nicht für funktionsfähig halten.