BMG reformiert Ausbildung für Psychotherapeuten

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Berlin (pag) – Nach dem viel kritisierten Erstaufschlag der Vorgänger-Regierung zu einer Psychotherapeuten-Ausbildungsreform im Sommer 2017 legt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) jetzt einen neuen Referentenentwurf vor. Die Ausbildung wird an das Bachelor-Masterstudium-System angeglichen, eine Vergütung der Weiterbildung sichergestellt.

Künftig soll es einen dreijährigen Bachelor- und einen zweijährigen Masterstudiengang „Psychotherapie“ samt anschließender strukturierter Weiterbildung – analog zu jener der Ärzte – geben. Vorgesehen ist ferner, dass die Approbation schon am Ende des fünfjährigen Studiums erteilt wird. Bislang erhalten Psychotherapeuten diese erst nach einer dreijährigen Vollzeit- bzw. fünfjährigen Teilzeit-Fachausbildung, die wiederum ein abgeschlossenes Studium in Psychologie oder Pädagogik voraussetzt. Durch die Reform will das Bundesgesundheitsministerium unter anderem die finanzielle Situation für angehende Therapeuten verbessern: Bisher müssen sie für die Fachausbildung selbst aufkommen, da sie keinen Anspruch auf Bezahlung haben. Die übliche Beschäftigung als Praktikant soll nun aber abgeschafft werden. Für die Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten für Erwachse oder Kinder- und Jugendliche ist vorgesehen, dass diese im Angestelltenverhältnis und mit Assistenzgehalt erfolgt.  

Das Studium soll auf die Ausübung der heilkundlichen Psychotherapie zugeschnitten, Überschneidungen mit dem Psychologiestudium reduziert, der Versorgungszugang bundesweit einheitlich geregelt und an andere Heilberufe angepasst werden. Der Referentenentwurf sieht die Möglichkeit vor, einen Modellversuchsstudiengang zuzulassen, der die Ausbildung zum Beruf des Psychotherapeuten mit Kompetenzen erweitert, „die zur Feststellung, Verordnung und Überprüfung von psychopharmakologischen Maßnahmen als Bestandteil der psychotherapeutischen Versorgung erforderlich sind.“ Daran entzündet sich allerdings Kritik. Nicht nur der Spitzenverband ZNS meint, dass die Verordnung von Medikamenten von medizinisch nicht umfassend ausgebildeten Psychotherapeuten eine Gefahr für Patienten darstelle. Die Befürchtung der Ärzteschaft, es werde ein neuer psychotherapeutischer Arztberuf geschaffen, teilt das Ministerium nicht. Die Aufgabenstellung ändere sich nicht grundlegend. 

Bis zum 30. Januar haben die Verbände Zeit, Stellung zu dem Referentenentwurf zu nehmen. Laut BMG könnte das Gesetz Mitte 2019 verabschiedet werden und damit im Jahr 2020 in Kraft treten.