Blutdruckkontrolle bei älteren Erwachsenen: Neue Forschung wirft Fragen auf


  • Mary Corcoran
  • Univadis Medical News
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Neue Forschung weist darauf hin, dass das Erreichen eines Ziel-Blutdrucks (BD) unter 140/90 mmHg nicht bei allen älteren Patienten vorteilhaft sein könnte. 

In einer neuen Studie untersuchten Forscher in Deutschland Daten von 1.628 Patienten im Alter von mindestens 70 Jahren, um zu prüfen, ob BD-Werte unter 140/90 mmHg im Rahmen einer antihypertensiven Behandlung mit einem verringerten Gesamtmortalitätsrisiko verbunden ist.  

Während 8.853 Personenjahren der Nachbeobachtung starben 469 Patienten. Die Studie ergab, dass ein normalisierter BD bei älteren Erwachsenen nicht mit einem verringerten, sondern mit einem um 26 % erhöhten Gesamtmortalitätsrisiko verbunden war. Die Autoren merkten an, dass es zwar eine Tendenz hin zu einem verringerten Gesamtmortalitätsrisiko bei normalisiertem BD bei Patienten im Alter zwischen 70 und 79 Jahren gegeben habe, das Risiko bei Patienten ab 80 Jahren und bei Patienten mit früheren kardiovaskulären Ereignissen jedoch erhöht war.

„Unsere Ergebnisse zeigen klar, dass eine antihypertensive Behandlung in diesen Patientengruppen den Anforderungen der einzelnen Personen entsprechend angepasst werden sollte“, sagte Dr. Antonios Douros von der Charité-Universitätsmedizin Berlin, Deutschland. „Wir sollten Empfehlungen von Fachorganisationen nicht grundsätzlich ohne Unterscheidung bei allen Patientengruppen anwenden.“

Die Forschungsarbeit wurde im European Heart Journal veröffentlicht.