Blutdruck-Kontrolle mit Dreifach-Kombi innerhalb weniger Wochen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Mit einem Antihypertensivum, das drei unterschiedliche Blutdrucksenker in halbierter Dosis enthält, wird bei mehr Bluthochdruck-Patienten der Zielblutdruck erreicht als mit einer Monotherapie, die bei Bedarf intensiviert werden kann.

Hintergrund

Viele Bluthochdruck-Patienten erreichen mit einer antihypertensiven Monotherapie nicht den Zielblutdruck und benötigen daher mindestens ein Präparat mit zwei Wirkstoffen. Um die Therapietreue zu stärken, empfiehlt in Deutschland auch die Hochdruckliga den Einsatz von Fixdosis-Kombinationen. „Die medikamentöse Therapie soll nun primär als 2-fach-Kombinationstherapie aus ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) und Kalziumantagonist oder Thiaziddiuretikum erfolgen, die Monotherapie hat als Erstlinientherapie ausgedient“, hieß es kürzlich in einer Mitteilung der Liga zu den neuen europäischen Empfehlungen. Australische Wissenschaftler haben nun geprüft, ob nicht ein Dreifach-Kombinationspräparat mit reduzierten Einzeldosen eine zielführende Option sein könnte. 

Design

Randomisierte offene Studie mit 700 Bluthochdruck-Patienten (Durchschnittsalter 56), die entweder gar keine antihypertensive Therapie erhielten oder nur eine übliche Monotherapie mit der Option der Dosis-Steigerung. Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die 394 Mitglieder der einen Gruppe erhielten ein Dreifach-Kombinations-Präparat mit 20 mg Telmisartan, 2,5 mg Amlodipin und 12,5 mg Clorthalidon, die anderen 351 Teilnehmer bekamen die übliche Therapie (Start mit einer Einzelsubstanz, deren Dosis bei Bedarf langsam erhöht werden kann; falls immer noch unzureichend Behandlung mit mehreren antihypertensiven Wirkstoffen). Bei Bedarf konnten die Patienten mit der Dreifach-Therapie ein Präparat mit der jeweils doppelten Dosis der Einzelsubstanzen erhalten (Telmisartan 40 mg, Amlodipin 5 mg und Chlorthalidon 25 mg). Dies war allerdings selten notwendig (10 Patienten).

Als Zielblutdruck galten Werte unter 140/90 mmHg (bei Diabetes-Kranken oder Patienten mit chronischer Nierenerkrankung weniger als 130/80 mmHg). Therapiedauer: sechs Monate.

Hauptergebnisse

  • In der Gruppe mit der Triple-Therapie erreichten 70 Prozent der Teilnehmer ihren Zielblutdruck, in der Vergleichsgruppe nur 55 Prozent. Das Ergebnis war statistisch signifikant.
  • Ein Unterschied zeigte sich bereits in der frühen Therapiephase nach sechs Wochen (68 vs. 44 %). 
  • Der mittlere Blutdruck lag nach sechs Monaten in der Gruppe mit dem Dreifach-Präparat bei 125/76 mmHg, in der Vergleichsgruppe bei 134/81 mmHg.
  • Über Nebenwirkungen klagten in der Gruppe mit der Triple-Therapie 38,1 Prozent der Teilnehmer,  in der Vergleichsgruppe 34,8 Prozent. Am häufigsten waren Muskelschmerzen, Schwindelgewfühle und Synkopen. 
  • Es gab keine signifikanten Unterschiede bei den Abbruchraten.

Klinische Bedeutung

Dass eine Dreifach-Kombinationstherapie mit Einzelwirkstoffen in reduzierter Dosierung effektiver den Blutdruck senkt als eine Monotherapie (mit möglicher Dosis-Steigerung und Ergänzung), ist vermutlich keine allzu große Überraschung. Frühere Studien hatten ähnliche Ergebnisse. Interessant wäre es gewesen, auch ein Zweifach-Kombinationspräparat zu prüfen. Insofern erscheint die Empfehlung der Autoren, statt mit einer Monotherapie mit einer Triple-Therapie zu starten, als etwas voreilig.

Finanzierung: der australische Staat.