Blasenkarzinom: internationale Empfehlung für das Management älterer Patienten

  • Mottet N & al.
  • J Geriatr Oncol
  • 10.02.2020

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Die Arbeitsgruppe International Society of Geriatric Oncology (SIOG) hat Empfehlungen für das Management älterer Patienten herausgegeben.

Wesentliche Ergebnisse

  • Nicht-muskelinvasives Blasenkarzinom:
    • Behandlung mit Standardtherapie gemäß der anerkannten nationalen/internationalen Leitlinien.
    • Nach Möglichkeit Vermeiden von Anticholinergika zur Behandlung unerwünschter Ereignisse der intravesikalen Therapie; vorsichtiger Einsatz falls notwendig.
  • Muskelinvasives Blasenkarzinom:
    • Cross-sektionale Bildgebung sollte zum Staging, zum Erkennen von Knochenbeteiligung und zur Optimierung der besten unterstützenden Betreuung unabhängig von Alter und Leistungsfähigkeit bei allen Patienten durchgeführt werden.
    • Falls die Entscheidung für eine radikale Zystektomie fällt, sollte der Patient an ein erfahrenes Zentrum überwiesen werden.
    • Die Prehabilitation für die Operation umfasst die Verbesserung von Ernährung und Leistungsfähigkeit und die Behandlung von Anämie, um eine übermäßige OP-Verzögerung zu vermeiden (starke Empfehlung).
    • Eine alleinige Bestrahlung oder transurethrale Resektion des Blasentumors sollte erwogen werden, wenn der Patient eine Standardtherapie verweigert oder dafür ungeeignet ist (starke Empfehlung).
  • Metastasiertes Blasenkarzinom:
    • Prognose und Therapieziele sollten mit dem Patienten und den betreuenden Personen besprochen werden; zum Zeitpunkt der Diagnose sollte die Erwägung geeigneter lindernder Maßnahmen beginnen.
    • Erstlinie sollte eine systemische Standardtherapie sein, dies wird jedoch in erster Linie von der Eignung für Cisplatin sowie den Prognosefaktoren abhängen.
    • Carboplatin sollte für Cisplatin-ungeeignete Patienten und eine Immuntherapie für PD-L1-positive Patienten erwogen werden.
    • Eine standardisierte Zweitlinien-Immuntherapie sollte bei Platin-vorbehandelten Patienten bedacht werden.
    • Bei hartnäckiger Makrohämaturie und zur Schmerzkontrolle sollte eine palliative Bestrahlung erwogen werden.