BKK: Höchster Krankenstand seit über zehn Jahren

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Berlin (pag) – Der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) hat erste Zahlen seines Gesundheitsreports 2019 zu seinen Versicherten veröffentlicht. In 2018 habe die Grippewelle für den höchsten Krankenstand seit über zehn Jahren gesorgt: Jeder Versicherte hat sich im Schnitt 18,5 Tage krankgemeldet. Psychische Erkrankungen sieht die BKK als großes Problem.

 

Als Hauptursache für den Anstieg identifiziert die BKK die große Grippewelle im ersten Quartal. Fast jeder dritte Versicherte (30,3 Prozent) hat sich wegen einer Atemwegserkrankung krankgemeldet, jeder sechste Fehltag sei darauf zurückzuführen. Diese Versicherten waren im Schnitt sieben Kalendertage krankgeschrieben. Das weise auf eine sehr häufige, aber meist kurze Erkrankung hin. Muskel- und Skeletterkrankungen sind die zweithäufigste Ursache für Krankmeldungen (15,6 Prozent), machen jedoch den größten Anteil an Fehltagen (23,8 Prozent) aus.

Besonderes Augenmerk legt der Report auf psychische Erkrankungen. Von den Versicherten sind zwar nur 5,5 Prozent mit dieser Diagnose krankgeschrieben worden, der Anteil an den Fehltagen macht jedoch 15,7 Prozent aus. Erkrankte haben im Schnitt 36,9 Tage gefehlt. Der Report vergleicht die Daten mit Zahlen von 2008 und stellt fest, dass die Fehltage um 46,5 Prozent zugenommen haben – obwohl die Zahl der Erkrankten konstant sei.

Der BKK-Report stellt einen Zusammenhang zwischen Arbeitswelt und psychischer Gesundheit her. Sie falle in den verschiedenen Berufen sehr unterschiedlich aus: Beschäftigte in der Altenpflege haben im Schnitt 5,8 Tage gefehlt aufgrund psychischer Erkrankungen, Flugzeugpiloten dagegen nur 0,2 Tage. Der Bericht untersucht auch, welche Therapieformen Anwendung finden. Daraus wolle die BKK Schlüsse für die zielgruppenspezifische Prävention zur Krankheitsvermeidung, aber auch für die Versorgungsgestaltung von Betroffenen ableiten. Der komplette Gesundheitsreport wird am 5. Dezember veröffentlicht.