BKK Dachverband: Reißt die Sektorenmauern ein!

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Berlin (pag) – Nieder mit den Sektorengrenzen: Das fordert der BKK-Dachverband. Und eine Reform des Sozialgesetzbuch (SGB) V gleich dazu.

Ein „Umdenken an vielen Stellen“ müsse stattfinden, sagt Franz Knieps, Vorstand des BKK-Dachverbandes vor Journalisten anlässlich der Vorstellung des BKK-Gesundheitsatlas 2019. Nur so könne ein Gesundheitssystem geschaffen werden, das von Nutzer- bzw. Patienteninteressen geleitet wird. Eine grundsätzliche Reform des SGB V sei nötig, auch um der digitalen Transformation Rechnung zu tragen. Knieps schlägt die Einsetzung einer Enquetekommission des Bundestages vor, die politische Visionen und Leitvorstellungen für ein Gesundheits- und Sozialwesen der Zukunft jenseits der Tagespolitik und Interessengegensätze der Akteure entwickeln könnte.

Mauern eingerissen werden müssten zuallererst zwischen den Sektoren, für die unterschiedliche Honoraranreize und Planungsvoraussetzungen gelten. Integrierte Versorgungsverträge sollten im neuen SGB im Mittelpunkt stehen, fordert Knieps. Verkrustete Strukturen müssten für intelligente Netzwerke geöffnet werden. Dringend überarbeitungsbedürftig sei unter anderem auch das ärztliche Vergütungsrecht, das sich inzwischen zu einem „Gebäude aufgetürmt“ habe, das keiner mehr versteht. Grundlegend Neues verlangt der BKK-Vorstand ebenso bei digitalen Instrumenten und Anwendungen: Hier müsse endlich der Erlaubnisvorbehalt weg, so Knieps. Stattdessen müsse es heißen: „Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt.“ Für überholt hält Knieps ebenso die Trennung zwischen Krankenversicherung und Sozialhilfe und die Zersplitterung in verschiedene Zuständigkeitsbereiche. „Der Mensch zerfällt nicht in gesundheitliche und soziale Leistungen“, plädiert Knieps für eine engere Verzahnung dieser Bereiche.