Biologika bei rheumatoider Arthritis: Entwarnung für's Malignomrisiko


  • Nicola Siegmund Schultze
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Rituximab, Abatacept, Tocilizumab und TNFa-Inhibitoren erhöhen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis das Risiko für solide und hämatologische Tumore nicht - zumindest nicht im Therapiezeitraum bis zu zehn Jahren. Es gibt allerdings eine mögliche Ausnahme.

Hauptergebnisse

Von 2006 bis 2015 waren im nationalen Patientenregister von Schweden 15.129 TNFa-Inhibitor-Therapien als erste oder zweite biologische krankheitsmodifizierende Substanz (bDMARD) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) angewendet worden,7.405 Patienten waren mit anderen bDMARDs therapiert worden wie Rituximab, Abatacept und Tocilizumab, und 46.610 Patienten hatten synthetische DMARDs erhalten, zum Beispiel Methotrexat, Azathioprin oder Ciclosporin. Die Inzidenz für invasive solide und hämatologische Tumoren wurde für Patienten mit bDMARD-Behandlung verglichen mit der Inzidenz für synthetische DMARDs (Referenz) im selben Zeitraum.

Design

  • Prospektive Kohortenstudie auf Basis von nationalen Registern
  • Zeitraum 2006bis 2015
  • 15.129 TNFa-Inhibitor-Therapien
  • 1.798 Behandlungen mit Tocilizumab
  • 2.021 Behandlungen mit Abatcept
  • 3.586 Behandlungen mit Rituximab
  • 1. Referenz: 46.610 Patienten mit synthetischen DMARDs
  • 2. Referenz: 107.491 Personen aus der Allgemeinbevölkerung, die im Verhältnis 1:5 den bDMRD-Anwendern zugeordnet wurden und ihnen in relevanten Parametern vergleichbar waren.

Klinische Bedeutung

Die aktuellen Daten der schwedischen Forscher geben insoweit Entwarnung, als frühere Studien Assoziationen zwischen einer Behandlung von RA-Patienten mit Biologika und Malignomen, vor allem Hautkrebs, gefunden hatten. Eine von mehreren Erklärungsmöglichkeiten für die Diskrepanz sei, dass sich die Indikationsstellung und Anwendung von bDMARDs mit der Zeit geändert habe, so die Autoren. Eine mögliche Risikoerhöhung für Spinaliome durch Abatacept müsse weiter geprüft werden, ebenso die Frage, ob es über einen längeren Zeitraum als den aktuell ausgewerteten eine erhöhte Inzidenz für Malignome gebe.

2017 Aptus Health International, Inc. All rights reserved