Biologie des latenten HIV-1-Reservoirs und Bedeutung für die Therapie


  • Heather Mason
  • Medical News
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Die antiretrovirale Therapie (ART) hemmt HIV, wirkt jedoch nicht kurativ. Da nur etwa 50% der weltweiten HIV-Positiven eine wirksame ART erhalten, hat Heilung Priorität. In diesem in Cell Host & Microbe veröffentlichten Übersichtsartikel werden die Mechanismen der Virus-Persistenz beschrieben; Ergebnisse neuerer Studien werden dabei hervorgehoben.

Fortschrittliche Einzelzell-Verfahren und Sequenzierungs-Methoden der nächsten Generation haben deutlich gemacht, dass das latente Virus-Reservoir dynamisch ist und mehrere Faktoren wie Geschlecht und Alter dazu beitragen, es aufrechtzuerhalten.

Die Persistenz wird durch massive und anhaltende klonale Expansion von Zellen gesichert, die mit intakten und defekten Proviren infiziert sind. Drei Mechanismen können zu dieser Expansion beitragen: Integration in oder in Nähe von Genen, die assoziiert sind mit Zellwachstum, homöostatischer Proliferation und Antigen-getriebener Proliferation.

Unter ART sind nur wenige HIV-1-infizierte Zellen transkriptionell aktiv und produzieren Virus-RNA, -Proteine ​​und intakte Virionen. Das Virus-Reservoir ist daher recht heterogen, das Spektrum reicht von „tiefer Latenz“ bis hin zur aktiven Virionenproduktion. Mit Hilfe einer Methode zur Quantifizierung der Produktion nicht gespleißter HIV-1-RNA wurde geschätzt, dass 10% der zirkulierenden infizierten Zellen nachweisbare Mengen an HIV-1-RNA exprimieren. Die einfache Transkription von HIV reicht möglicherweise nicht aus, um eine Zelle produktiv zu machen. Verantwortlich für die Latenz sind womöglich Blockaden der proximalen Verlängerung, Polyadenylierung und des Spleißens.

Eine Studie, die ART wurde 4-5 Tage nach der Infektion begonnen, zeigte, dass ein dauerhaftes latentes Reservoir verhindert wurde, das bei Patienten mit Postexpositionsprophylaxe (PrEP) auftreten kann. Ein Schwerpunkt der laufenden Forschung ist die genaue Charakterisierung von Zellen mit "schlummernden" Viren.

Weitere Studien sind erforderlich, um den Beitrag infizierter Zellen in der Peripherie zur Virus-Vermehrung bzw. zum viralen Rebound aufzudecken und eine Methode zur Bewertung der gesamten Viruslast bei HIV-Positiven zu ermitteln. Als wichtig erweisen werden sich weitere Einblicke in die Immunkontrolle, indem Menschen untersucht werden, die die HIV-1-Infektion spontan kontrollieren.