Binge Eating-Störung: Selbstkontrolle durch neuartigen Therapieansatz fördern

  • Psychotherapy & Psychosomatics

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die IMPULS-Studie des Universitätsklinikums Tübingen zeigt, dass impulsives Verhalten und Kontrollverlust bei der Nahrungsaufnahme bei Patienten mit der Binge-Eating-Störung durch einen neuartigen Therapieansatz reguliert werden kann.

Hintergrund

Die Binge Eating-Störung (BES) ist durch wiederkehrende Essanfälle mit Kontrollverlust gekennzeichnet und stellt die häufigste Essstörung in der Allgemeinbevölkerung dar. Betroffene leiden unter regelmäßigen Essanfällen und in Folge häufig unter Übergewicht und Adipositas.

Experimentelle Studien sprechen dafür, dass sowohl generelle als auch speziell nahrungsbezogene Impulsivität einen Risikofaktor für BES darstellen. Demzufolge könnte eine speziell auf Impulsivität bezogene Verhaltensmodifikation die Kontrolle über impulsives Essverhalten erhöhen und damit zu einer Reduktion von Essanfällen, Impulsivität und im Langzeitverlauf auch des Gewichts führen.

IMPULS-Studie

Die IMPULS-Studie dient der Überprüfung der Wirksamkeit einer Verhaltensmodifikation bei Patienten mit BES , die speziell Impulsivität adressiert.

Dabei wurden Probanden einer Experimentalgruppe (n=41), in der die impulsivitätsbezogene Verhaltensmodifikation durchgeführt wird, mit Probanden der Kontrollgruppe (n=39) ohne Verhaltensmodifikation hinsichtlich einer Reduktion der Essanfälle vor Beginn sowie nach Beendigung des 8-wöchigen Trainingszeitraums und nochmals 3 Monate später analysiert.

Stärkung der Selbstkontrollfähigkeiten hilft

Selbstkontrollfähigkeiten der Patienten mit BES wurden gestärkt, indem in sogenannten Expositionssitzungen Patienten mit Nahrungsmitteln konfrontiert wurden und gleichzeitig aber dem Drang zu essen unter psychologischer Anleitung unterdrückt werden musste. Die Erfahrung, das Essverhalten steuern zu können und zu erleben, wie sich das Essverlangen verminderte, führte zu langanhaltenden Erfolgserlebnissen.

Die Vergleichsstudie zeigte deutlich, dass das Training auch drei Monate später noch zur besseren Selbstkontrolle in Bezug auf die Essanfälle führte.

Finanzierung: Öffentliche Förderinstitutionen, aus Steuermitteln getragene Institutionen (DFG, BMBF)