Bienengift ein Mittel gegen das neue Corona-Virus?


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Smalltalk
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Kernbotschaften

Bienengift schützt vielleicht vor SARS-CoV-2 und COVID-19. Das vermuten chinesische Ärzte aufgrund einer Beobachtung bei Patienten einer Apitherapie-Klinik und Therapeuten, die Kranke mit Bienen-Produkten behandeln (Apitherapeuten).

Eine Umfrage unter Imkern

Chinesische Ärzte um Dr. Wei Yang (Rot-Kreuz-Krankenhaus Hangzhou), die an der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie beteiligt waren, haben eine Entdeckung gemacht, die, wie sie im Fachblatt „Toxicon berichten, an die Entdeckung der Kuhpocken und den späteren Sieg des Menschen über diese Infektions-Krankheit erinnere. Den Autoren zufolge führte in der Provinz Hubei, dem Epizentrum von COVID-19 in China, der örtliche Imkerverband eine Umfrage unter Imkern durch. Vom 23. Februar bis 8. März wurden insgesamt 5115 Imker befragt, darunter 723 in Wuhan. Keiner dieser Imker entwickelte Symptome im Zusammenhang mit COVID-19.

Untersuchung von Patienten einer Apitherapie-Klinik

Daraufhin interviewten Wei Yang und seine Kollegen fünf Apitherapeuten in Wuhan und untersuchen 121 Patienten einer Apitherapie-Klinik. Diese Patienten hatten zwischen Oktober 2019 und Dezember 2019 eine Apitherapie erhalten; alle fünf Apitherapeuten hatten die Angewohnheit, sich selbst zu „apitherapieren“.

Zwei der fünf Apitherapeuten hätten - ohne Schutzmaßnahmen - Kontakt mit Menschen mit Verdacht auf SARS-CoV-2- Infektion und gesicherter Infektion gehabt. Keiner von ihnen habe sich angesteckt. Auch von den 121 Patienten der Apitherapie-Klinik sei kein Patient mit dem neuen Corona-Virus infiziert gewesen, wobei drei Patienten engen Kontakt zu Familienmitgliedern mit bestätigter Infektion gehabt hätten.

Es sei zwar anzunehmen, dass Imker seltener SARS-CoV-2 ausgesetzt seien, da sie in weniger dicht besiedelten ländlichen Gebieten lebten, schreiben die Autoren. Aber die fünf Apitherapeuten und ihre Patienten stammten aus dicht besiedelten Gebieten in Wuhan. Und: Sie hatten etwas gemeinsam, eine Toleranz gegenüber Bienengift.

Yang und seine Kollegen fragen sich nun, ob eine durch Bienengift verursachte Stimulation des Immunsystems die Anfälligkeit für SARS-CoV-2 verringert. Um diese Frage zu beantworten, müssten Tierversuche gemacht werden, schreiben die chinesischen Ärzte in einem Brief im dem Fachmagazin. Geeignet dafür wären Affen, die in zwei Versuchsgruppen eingeteilt werden könnten. Die Tiere der einen Gruppe könnten durch tägliche Bienenstiche gegenüber Bienengift tolerant gemacht werden; die andere Gruppe ohne „Intervention“ wäre die Kontroll-Gruppe. Tiere beider Gruppen könnten dann dem Corona-Virus ausgesetzt werden, um schließlich zu klären, ob es Unterschiede bei der Infektionsrate gibt.

Bienen-Journal": Deutsche Forscher ebenfalls interessiert

Ob Bienen einen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie leisten können, fragen sich übrigens nicht nur Wei Yang und seine Kollegen. Auch die Verantwortlichen im Deutschen Apitherapie Bund (DAB) hätten sich in der letzten Zeit „eindringlich damit beschäftigt“, was für einen Beitrag sie in der bedrohlichen Situation leisten könnten, heißt es auf der DAB-Webseite. Denn „gerade die Apitherapie mit den vielseitigen Möglichkeiten des Einsatzes der wertgeschätzten Bienenprodukte“ könne hier eine wertvolle Hilfestellung geben, so Arno Bruder, der Präsident des DAB. Die Beobachtung der chinesischen Ärzte soll darüber hinaus auch das Interesse deutscher Ärzte geweckt haben, wie das „Deutsche Bienen Journal berichtet. So wollten Prof. Dr. Karsten Münstedt, Chefarzt der Frauenklinik Offenburg und selbst Imker, seine Mitarbeiterin Dr. Heidrun Männle und Jutta Hübner, Internistin und Professorin für Integrative Onkologie an der Universität Jena, die Ergebnisse der chinesischen Ärzte zur Grundlage eigener Forschungen machen.