Betreuung von Krebsüberlebenden in Europa: Konsenserklärungen der ESMO-Experten

  • Vaz-Luis I & al.
  • Ann Oncol

  • Helga Gutz
  • Clinical Summary
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Die European Society for Medical Oncology (ESMO) hat eine Konsenserklärung von Experten zum Überleben bei Krebs veröffentlicht. Internationale Experten, die (1) verschiedene Berufsgruppen, einschließlich Onkologen, Psychologen, Allgemeinärzte und Epidemiologen, (2) Gesundheitsberufe zur Betreuung verschiedener Krankheitsgruppen, (3) unterschiedliche geografische Herkunft und (4) Geschlecht und Alter repräsentierten, wurden von der ESMO ausgewählt, um Konsenserklärungen zu erarbeiten.

Diese Konsenserklärungen spiegeln die aktuellen Hauptbereiche der Krebsüberlebenshilfe und die bestehenden Modelle wider, definieren den geeigneten Rahmen, um die Umsetzung einer qualitativ hochwertigen Überlebenshilfe zu beschleunigen, und schlagen potenzielle Bereiche für einen Beitrag der ESMO zu diesem Umsetzungsprozess vor.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass “es im Leben von Millionen von Krebsüberlebenden auf der ganzen Welt noch viele unerfüllte Bedürfnisse gibt und dass ein multidisziplinärer Ansatz mit vielen Beteiligten erforderlich ist, um eine hochgradig koordinierte Überlebensbetreuung und eine damit verbundene Forschungsagenda voranzutreiben, sowie wirksame Bildungsmaßnahmen, um die Qualität der Betreuung und die Innovation in diesem Bereich voranzubringen.”

Bedürfnisse und Bereiche in der Krebsüberlebenshilfe

Die folgenden Bereiche sollten ab der Diagnose im Betreuungsplan von Krebspatienten systematisch berücksichtigt werden: (1) Überwachung und Behandlung der körperlichen Auswirkungen von Krebs und chronischen Erkrankungen; (2) Überwachung und Behandlung der psychologischen Auswirkungen von Krebs; (3) Überwachung und Behandlung der sozialen, beruflichen und finanziellen Auswirkungen von Krebs; (4) Überwachung auf Rückfälle und neue Krebserkrankungen; und (5) Krebsprävention und allgemeine Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden.

Bestehende Modelle und Programme für die Betreuung von Überlebenden

Es wurden mehrere Modelle zur Organisation der Überlebenshilfe entwickelt, die an die spezifischen Bedürfnisse der Patienten und an nationale/lokale Gegebenheiten angepasst werden können. Gemeinsame Modelle, die die Primärversorgung einbeziehen und eine bessere Personalisierung der Leistungen bieten (einschließlich der Stratifizierung der Patienten nach medizinischer Komplexität, der Stärkung der Fähigkeit der Patienten zum Selbstmanagement und der Nutzung digitaler Technologien für die Versorgung), können die Nachhaltigkeit ermöglichen. Die informierte Beteiligung der Patienten an der Wahl der Versorgungsmodelle für die Überlebensbetreuung wird gefördert. Jedes Land muss Versorgungsmodelle einführen, die das eigene Gesundheitssystem widerspiegeln. Für einige dieser Modelle sollten Mindeststandards bei der Akkreditierung eingeführt werden. Bei diesen Modellen könnte es sich um eine Integration in die Primärversorgung, um Überlebens-/Nachsorgekliniken oder um ein von Krankenschwestern geleitetes Modell handeln.

Hochwertige koordinierte Überlebenshilfe

Zur optimalen Betreuung von Krebsüberlebenden in Europa sind einige wichtige Maßnahmen erforderlich. Umfassende Empfehlungen auf europäischer Ebene gibt es nicht. Eine qualitativ hochwertige Überlebensbetreuung könnte erleichtert werden durch (1) gezielte und gemeinsame europäische Empfehlungen für die tatsächlichen Betreuungsstandards, die für bestimmte Gruppen von Überlebenden erforderlich sind, und (2) Instrumente/Checklisten, die von der Diagnose an entwickelt wurden, um die Umsetzung einer koordinierten Betreuung durch die Integration technischer Hilfsmittel zu erleichtern. Dies kann durch die Entwicklung von Algorithmen und Gesundheitspässen für Überlebende sowie durch die Festlegung von Mindeststandards für die Akkreditierung von Überlebensprogrammen erreicht werden. Schließlich hängt eine qualitativ hochwertige Überlebensbetreuung auch von der (3) Entwicklung von Fortbildungsprogrammen für Gesundheitsdienstleister, Überlebende und ihre Betreuer ab. Fortbildung ist ein wichtiges Instrument zur Optimierung der Überlebendenbetreuung.