Bestätigt: Fertiggerichte schaden womöglich der Taille

  • Cell Metabolism

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Fertiggerichte fördern vermutlich Übergewicht und Fettsucht. Denn wer sich damit ernährt, neigt offenbar zu einer vermehrten Energieaufnahme - mit der Folge einer relativ raschen Gewichtszunahme.

Hintergrund

Übergewicht und Adipositas sind mit vielen Erkrankungen assoziiert und betreffen Menschen in wohlhabenden und auch armen Ländern. Über die Ursachen dieser Entwicklung wird seit Jahren diskutiert. In Verdacht steht unter anderem eine Ernährung mit stark prozessierten Lebensmitteln und Fertiggerichten, deren Kaloriengehalt meist unterschätzt wird. US-Wissenschaftler der National Health Institutes haben diese Vermutung nun in einer Studie geprüft.

Design

An der Cross-over-Laborstudie nahmen 20 Probanden (Alter 31, BMI 27) teil, die sich vier Wochen lang im Wechsel mit stark prozessierten Lebensmitteln oder mit frisch zubereiteten ernährten. Die Probanden durften so viel essen, wie sie wollten. Die Mahlzeiten unterschieden sich nicht hinsichtlich dem Gehalt an Kalorien, Fett, Zucker, Salz, Ballast- und Makronährstoffen.

Hauptergebnisse

  • Die Ernährung mit Fertiggerichten ging mit einem Plus bei der Energiezufuhr in Höhe von etwa 500 Kilokalorien einher (508 ± 106 kcal/die; p = 0,0001).  Den größten Anteil daran hatten Kohlenhydrate (280 ± 54 kcal/die; p
  • Erwartungsgemäß korrelierten Gewichtsänderungen mit der Energieaufnahme: Die Ernährung mit Fertiggerichten war mit einer Gewichtszunahme um 0,9 kg assoziiert (p = 0,009), die Ernährung mit frisch zubereiteten Lebensmittel mit einer Gewichtsabnahme um 0,9 kg (p = 0,007).

Klinische Bedeutung

Mögliche Gründe für die unterschiedliche Energieaufnahme sind den Autoren zufolge die Essgeschwindigkeit, die Menge an Getränken und der leicht unterschiedliche Proteingehalt. Dies sind allerdings nur Vermutungen. Die Ergebnisse sind insgesamt keine Überraschung. Insgesamt sprechen sie dafür, dass stark prozessierte Lebensmittel ungesund sind. Sie stützen dabei bestehende Ernährungsempfehlungen. Zu bedenken ist dabei jedoch, dass die qualitativ gut gemachte Studie als deskriptive Studie keinen kausalen Zusammenhang belegen kann. Sie zeigt nur eine Korrelation. Außerdem sollte bedacht werden, dass die zunehmende Adipositas-Prävalenz auch etwas mit sozioökonomischen Bedingungen zu tun hat. Fertiggerichte sind vergleichsweise preiswert; ihre Zubereitung ist zudem nicht sehr aufwendig. Viele Berufstätige und nicht gerade wohlhabende Menschen werden daher auch weiterhin diese Ernährung bevorzugen.

Finanzierung: National Institutes of Health (USA)