Bessere Kommunikation gleich weniger Antibiotika

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Berlin (pag) – Je mehr Antibiotika verabreicht werden, desto mehr Erreger bilden Resistenzen gegen sie aus. In einem Gemeinschaftsprojekt haben der Verband der Ersatzkassen (vdek), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und acht Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) deshalb ein Konzept getestet, das Ärzten helfen soll, unnötige Verordnungen zu vermeiden.

 

Insgesamt beteiligten sich zwischen dem 1. Juli 2017 und dem 30. Juni 2019 2640 Haus-, Kinder- und HNO-Ärzte sowie Fachärzte für Innere Medizin an dem Projekt RESIST, das über bessere Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu einer Verringerung der Verordnungsrate von Antibiotika bei Atemwegserkrankungen führen sollte und durch Mittel des Innovationsfonds gefördert wurde.

Die Ärzte erhielten spezielle Fortbildungen mit Strategien etwa zur Gesprächsführung, während die Patienten mithilfe von Flyern, Praxispostern und einem sogenannten Infozept über den richtigen Umgang mit Erkältungskrankheiten aufgeklärt wurden. Aus Sicht des vdek ein großer Erfolg: „RESIST hat eindrucksvoll bestätigt, dass durch gute Kommunikation und Information die Verordnungszahlen zurückgehen“, sagt die Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. Tatsächlich hätten in der Wintersaison 2018/2019 nur noch 24 Prozent der Patienten mit akuten Atemwegsinfektionen von ihrem Arzt ein Antibiotikum erhalten, zwei Jahre zuvor seien es noch 29 Prozent gewesen, teilen vdek und KBV gemeinsam mit. Unter den Teilnehmern der RESIST-Studie sei dieser Trend noch stärker ausgefallen, bei ihnen sank die Verordnungsrate im selben Zeitraum von 26 auf 20 Prozent. Zudem sei bei den RESIST-Teilnehmern „eine Verschiebung zu Wirkstoffen mit einem schmaleren Wirkspektrum“ zu beobachten.

Maike Schulz, die das Projekt mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) wissenschaftlich begleitete, betont: „Die Evaluation von RESIST hat gezeigt, dass Vertragsärzte in Deutschland insgesamt bereits ein rationales Antibiotikaverordnungsregime verfolgen. Die Unterstützung durch die im RESIST-Projekt etablierten Maßnahmen und Materialien konnte aber zu einer weiteren Optimierung der Antibiotikaverordnungen beitragen.“