Berliner Patient an Leukämie gestorben


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Der US-Amerikaner Timothey Ray Brown ist vielen besser bekannt als „der Berliner Patient“ – der erste Mensch, der von HIV geheilt wurde. Jetzt ist er an Leukämie verstorben – der Krankheit, der er seine Heilung von HIV zu verdanken hatte.

Brown lebte in Berlin, als er an Leukämie erkrankte – 10 Jahre nach Bekanntwerden seiner HIV-Infektion. Weil Chemotherapien den Blutkrebs nicht besiegen konnten, erhielt der Mann eine Stammzelltransplantation. Die bahnbrechende Idee des Hämatologen Gero Hütter von der Berliner Charité: nach einem Spender zu suchen, dessen Immunzellen einen Defekt im CCR5-Gen aufwiesen. Dadurch können bestimmte HIV-Varianten diese Immunzellen nicht infizieren. Die Idee ging auf. Die Transplantation stoppte die Krebserkrankung und die HIV-Infektion war nicht mehr nachweisbar.

Timothey Ray Brown ist ein medizinischer Sonderfall. Sein Weg zur Heilung kann nicht zur Therapie für alle HIV-Positiven werden. Zu groß sind die Risiken bei einer Stammzelltransplantation. Trotzdem beweist der Fall Brown, dass sich HIV prinzipiell wieder aus dem Körper entfernen lässt.

Brown hat sich dafür eingesetzt, dass das Wissen, das sich aus seiner speziellen Heilungsgeschichte gewinnen lässt, auch anderen zugute kommt. „Ich wollte nicht der einzige Mensch auf der Welt sein, der von HIV geheilt wird. Ich wollte, dass andere HIV-positive Patient_innen meinem Club beitreten. Ich möchte mein Leben der Unterstützung der Forschung widmen, um ein Heilmittel oder eine Heilung für HIV zu finden!“ Brown, stellte unzählige Blut- und Gewebeproben zur Verfügung – und wurde HIV-Aktivist. So engagierte er sich für die medikamentöse HIV-Prophylaxe PrEP, die er auch selbst nutzte: Er wollte sich nicht noch einmal mit HIV infizieren.