Berlin sagt Masern und Röteln den Kampf an


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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„Unser Ziel ist eine Impfquote von mindestens 95 Prozent bei Kindern im Einschulungsalter und von mindestens 90 Prozent bei Erwachsenen“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD). „Masern und Röteln sind keine harmlosen Kinderkrankheiten, sondern Virusinfektionen, die schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können“, erklärte sie. Die Krankheiten seien vermeidbar, da es wirksame Schutzimpfungen gebe.

Künftig sollen die Gesundheitsämter in der Hauptstadt bei den Einschulungsuntersuchungen nicht nur eine Impfberatung, sondern auch gleich eine Impfung anbieten. Damit erhofft man sich eine höhere Impfquote unter Kindern im Vorschulalter. Kindergärten sollen bei der Aufnahme eines Kindes von den Eltern den Nachweis einer Impfberatung fordern.

Zudem soll ein verbindliches Einlade- und Rückmeldesystem wie bei den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder auch für die Jugendschutzunter­suchungen eingeführt werden. Bei jungen Erwachsenen kommt nach Ansicht des Berliner Senats auch den Betriebs­ärzten eine wichtige Rolle zu. Diese sollen dementsprechend informiert und geschult werden wie zum Beispiel niedergelassene Ärzte oder andere Multiplikatoren.

Leichte Fälle von Röteln werden oft nicht diagnostiziert. Deswegen sind hier künftig mehr Laboruntersuchungen vorgesehen. Eine Impfpflicht soll es aber in Zukunft nicht geben. Man setze auf Freiwilligkeit statt auf gesetzlichen Zwang.

Seit Einführung der Masernimpfung vor rund 40 Jahren ist die Krankheit zwar auf dem Rückzug. Es kommt aber in ganz Deutschland und auch in Berlin immer wieder zu Ausbrüchen. Zuletzt gab es in Berlin von Oktober 2014 bis August 2015 eine Masernepidemie mit rund 1.400 Fällen. Ein nicht geimpftes Kleinkind starb an der Krankheit. 2017 wurden in Berlin bis Ende November 66 Fälle von Masern gemeldet.