Beratung zur psychischen Gesundheit und Behandlung bei HIV-Infektion für bessere klinische-Ergebnisse notwendig


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • Fast jeder fünfte HIV-Infizierte in den USA hat Symptome, die vereinbar sind mit der Diagnose einer Generalisierten Angststörung (GAS bzw. GAD), insbesondere jene HIV-Positiven, die größere sozioökonomische, körperliche sowie psychische Probleme haben - und eine positive Gewalt- Anamnese.
  • Symptome einer GAS sind mit einem schlechteren Verlauf übercden gesamten Versorgungsbereich bei HIV assoziiert, zudem mit einem Verhalten, das mit einem Risiko für eine Übertragung des Virus einhergeht (kondomloser Sex und Konsum von injizierbaren Drogen).
  •  HIV-Infizierte benötigen einen besseren Zugang zu Beratung und Therapie bei psychischen Problemen. 

Generalisierte Angststörungen, charakterisiert durch persistierendes, unkontrollierbares und exzessives Grübeln, sind bei HIV-Infizierten häufig und mit einer schlechten Therapie-Adhärenz assoziiert.

Die Autoren analysierten das Medical Monitoring Project (MMP), ein nationales bevölkerungsbasiertes HIV-System in den USA, um die Prävalenz von GAS-Symptomen bei HIV-Infizierten in den USA zu ermitteln, so dass eine effektive HIV-Prävention und -Versorgung angeregt wird.

Es wurden Daten von 3654 HIV-Infizierten aus dem Zeitraum Juni 2015 bis Mai 2016 gesammelt. Die Teilnehmer absolvierten den GAD-Test (GAD-7), einen validierten Test mit sieben Items, der verwendet wird, um auf GAD-Symptome (bzw. GAS-Symptome) in den vergangenen zwei Wochen zu screenen und die Symptom-Schwere zu messen.

Die geschätzte GAS-Prävalenz bei HIV-Infizierten betrug 19,2%, Symptome waren bei Frauen häufiger, außerdem bei Menschen, die zuvor obdachlos waren, eine Behinderung hatten und Gewalt in der Partnerschaft oder sexuellen Missbrauch erlebt hatten.

GAS-Symptome gingen mit signifikant weniger ART-Verschreibungen einher (81,6 vs. 86,5), außerdem mit geringerer Adhärenz (50,8 vs. 61,5) und Versorgung (91,7 vs. 98,0); auch eine anhaltende Virus-Suppression war seltener (56,8 vs. 64,3).

Im Vergleich zu HIV-Infizierten ohne GAS berichteten jene mit GAS mehr als sieben und drei Mal häufiger über Symptome einer Depression (74,9 vs. 10,5) und einen fehlenden Zugang zu einer psychiatrischen Versorgung (22,7 vs. 6,9).

GAS-Symptome waren mit einer höheren Prävalenz von kondomlosem Sex trotz fehlender Virus-Suppression mit Personen verbunden, von denen keine Präexpositions-Prophylaxe bekannt war (9,0 vs. 6,0).

Darüber hinaus suchten HIV-Infizierte mit GAS-Symptomen signifikant häufiger Notfall-Ambulanzen auf und mussten häufiger stationär behandelt werden; zudem war der Anteil an Rauchern Konsumenten von zu injizierenden Drogen größer.

Die Aufnahme eines Screenings auf GAS in der klinische Versorgung von HIV-Positiven und die Untersuchung dessen Einflusses auf die Therapie-Adhärenz können dabei helfen, den Krankheitsverlauf zu verbessern, HIV-Übertragungen zu vermindern und Gesundheitskosten zu reduzieren.

Limitierungen: GAD-7 ist einer klinischen Diagnose nicht gleichwertig; Todesfälle wurden wegen des Querschnittdesigns der Studie nicht erfasst.