Beim Zähneputzen hält sich das Engagement vieler Kinder in Grenzen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Noch immer putzen sich zu viele Kinder und Jugendlichen zu selten die Zähne. Besonders „nachlässig“ bei der Mundhygiene sind Heranwachsende mit mittlerem oder niedrigem Sozialstatus.

Hintergrund

Karies zählt zu den häufigsten Krankheiten von Kindern. Die hohe Verbreitung ist vor allem auf eine ungenügende Zahnpflege und eine ungünstige (vor allem zuckerhaltige) Ernährung zurückzuführen. Eine effektive Mundhygiene und regelmäßige Zahnvorsorgeuntersuchungen sind außer ausreichender Fluoridierung und einer kariespräventiven Ernährung zentrale Bausteine der Vermeidung von Zahn- und Mundkrankheiten. Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts haben nun neue Analyse-Ergebnisse hierzu vorgelegt. Die Analysen basieren auf Daten der zweiten Folgeerhebung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2, 2014 – 2017).

Hauptergebnisse

  • Die Daten zeigen, dass mit rund 80 % die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen die Empfehlungen zur Zahnputzhäufigkeit sowie zur Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen erfüllt.
  • 22,3 % der Kinder und Jugendlichen putzen sich zu selten die Zähne. Jungen sind dabei nachlässiger als Mädchen (25,5 versus 19,0 Prozent).
  • Heranwachsende mit mittlerem oder niedrigem Sozialstatus erreichen deutlich seltener die Empfehlungen zur Zahnputzhäufigkeit als Gleichaltrige der hohen Statusgruppe (34,3 % und  20,9 % versus 14,0%). Die Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen hat sich im Vergleich zur KiGGS-Basiserhebung (2003–2006) erhöht.
  • Im Vergleich zur KiGGS­-Basiserhebung (2003–2006) haben sich die Zahnputzhäufigkeit und die Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen verbessert.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Notwendig für eine wirksame Kariesvermeidung ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Zahnmedizin, Kinder- und Jugendmedizin und weiteren Berufsgruppen. „Darüber hinaus zeigen zielgruppengerechte Maßnahmen, zum Beispiel für Kinder und Jugendliche der niedrigen Statusgruppe und mit Migrationshintergrund, gute Ergebnisse. Hier spielen Kindertagesstätten und Schulen als Settings eine zentrale Rolle“, betonen die Autoren aus dem RKI.

Die aktuellen Daten zeigen nun zwar eine positive Entwicklung in fast allen analysierten Bevölkerungsgruppen, die in der Basiserhebung identifizierten Risikogruppen bestehen aber fort. Zielgruppengerechte Maßnahmen zur Förderung der Mundhygiene in jungen Jahren sollten daher aufrechterhalten oder ausgebaut werden.