Beim lokal begrenzten Prostatakarzinom ist die 10-Jahres-Mortalitätsrate bei aktivem Monitoring höher

  • Neal DE & et al.
  • Eur Urol
  • 23.11.2019

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom, die mit aktivem Monitoring betreut wurden, zeigten höhere Raten für krebsspezifische Mortalität (CSM) über 10 Jahre und geringere Raten patientenberichteter Nachteile als solche Patienten, die eine radikale Behandlung erhielten.
  • Die Gesamtanzahl tumorbedingter Todesfälle war unabhängig von der Behandlung gering.

Warum das wichtig ist

  • Eine weitere Beobachtung dieser Patienten wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis verschiedener Behandlungsansätze klären, das bei der Therapiewahl abgewogen werden muss.

Studiendesign

  • Explorative Analyse von 1643 Patienten mit klinisch lokal begrenztem Prostatakarzinom, die randomisiert einem aktiven Monitoring, einer radikalen Prostatektomie oder einer Radiotherapie zugeteilt wurden (ProtecT-Studie), und 997 Patienten, die die Randomisierung verweigerten und selbst die Behandlung wählten.
  • Finanzierung: keine.

Wesentliche Ergebnisse

  • Nach 10 Jahren verstarben 1,8% der Patienten mit aktivem Monitoring vs. 0,67% der Patienten mit Operation und 0,73% der Patienten mit Bestrahlung.
  • Die CSM war signifikant geringer unter radikaler Behandlung vs. aktivem Monitoring:
    • Kohorte mit aktivem Monitoring: HR 0,34 (95% KI 0,13-0,94).
    • Kohorte mit Behandlungswahl: HR 0,27 (95% KI 0,08-0,91).
    • Gepoolte Analyse: HR 0,31 (p=0,003).
  • Harninkontinenz war häufiger nach Operation vs. aktivem Monitoring und Radiotherapie (21% vs. 7,0% und 2,3%; p
  • 35% der Patienten mit aktivem Monitoring berichteten über stabile Erektionen vs. 29% in der Bestrahlungsgruppe und 15% in der Operationsgruppe (p
  • 5,9% der Patienten berichteten über blutigen Stuhl nach Radiotherapie vs. 1,6% nach Operation und 1,1% nach aktivem Monitoring (p

Einschränkungen

  • Selektionsbias.