Bei leichtem Asthma: Bedarfsorientierte Therapie ähnlich wirksam wie Erhaltungstherapie

  • New England Journal of Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Eine praxis-orientierte Studie bekräftigt die Meinung, dass es bei leichtem intermittierenden wie auch persistierenden Asthma möglich ist, mit einer Therapie nach Bedarf Glukokortikoide einzusparen, ohne die Wirkung zu schmälern.

Hintergrund

Die Wirkstoffkombination Budesonid plus Formoterol wird für die Langzeittherapie des Asthma bronchiale eingesetzt, um entzündliche und allergische Reaktionen zu verhindern. In doppel-blinden, randomisierten Studien fand man bei Einnahme nach Bedarf weniger Exazerbationen als mit einem kurz wirksamen ß2-Agonisten (SABA). Das Risiko war ähnlich dem einer Erhaltungstherapie mit Budesonid plus SABA nach Bedarf. Hilfreich wären jedoch nach Ansicht der Autoren Daten aus klinischen Studien, welche die klinische Praxis besser reflektieren als die bisherigen.

Design

Kontrollierte, offene Parallelgruppen-Studie mit 668 Patienten mit leichtem Asthma, die auf die folgenden 3 Behandlungen randomisiert wurden: Zwei Stöße Albuterol (100 mg) aus einem Druck-Inhalator nach Bedarf; zwei Mal täglich ein Stoß Budesonid (200 µg), verabreicht mit einem Pulverinhalator (Turbohaler©) plus zusätzlich Albuterol nach Bedarf; sowie ein Stoß Budesonid-Formoterol (200 µg / 6 µg) bei Bedarf. Die Inhalatoren wurden elektronisch kontrolliert; das primäre Studienziel war die jährliche Anfallsrate.

Ergebnisse

  • Die jährliche Exazerbationsrate unter Budesonid-Formoterol war niedriger als unter Albuterol nach Bedarf: In absoluten Zahlen 0,195 versus 0,400, was einem Verhältnis von 0,49 entspricht bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,33 – 0,72 (P
  • Die Exazerbationsrate unter Budesonid-Formoterol nach Bedarf war ähnlich und nicht signifikant unterschiedlich wie die unter einer Erhaltungstherapie mit Budesonid. In absoluten Zahlen waren es 0,195 versus 0,175 Attacken, was einer relativen Rate von 1,12 entspricht (95%-KI 0,70 – 1,79; P = 0,65).
  • Schwere Exazerbationen waren unter Budesonid-Formoterol seltener als unter Albuterol (9:23, relatives Risiko 0,40) und unter Budesonid-Erhaltungstherapie (9:21, relatives Risiko 0,44).
  • Die mittlere tägliche Dosis inhalierten Budesonids betrug in der Budesonid-Formoterol-Gruppe 107 µg, und 222µ unter der Erhaltungstherapie.
  • Inzidenz und Art der Nebenwirkungen entsprachen denen in früheren Studien.

Klinische Bedeutung

In dieser praxis-nahen Vergleichsstudie erwies sich eine bedarfsorientierte Anwendung der Kombination aus Budesonid und Formoterol als probate Strategie, um Exazerbationen bei möglichst geringem Verbrauch von Kortikosteroiden zu reduzieren.

Finanzierung: AstraZeneca und Health Research Council of New Zealand.