Bei einer Psoriasis leidet nicht nur die Haut, sondern auch das Sexualleben


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die Auswertung von 28 Studien mit mehr als 50.000 Psoriasis-Patienten bestätigt die Befürchtung, dass die Krankheit das Sexualleben beeinträchtigt. Zwischen 40,0 und 55,6 % litten an einer sexuellen Dysfunktion; 34,2 % bis 81,1 % an einer erektilen Dysfunktion.

Hintergrund

Die Vermutung liegt nahe, dass Hautkrankheiten wie die Psoriasis sich negativ auf zwischenmenschliche Beziehungen auswirken, und - weil sie die physische Attraktivität verringern - auch negative Auswirkungen auf das Sexualleben haben könnten.

Design

Systematische Übersicht von 28 Studien bezüglich der wissenschaftlichen Evidenz für epidemiologische Assoziationen zwischen dem Behandlungserfolg bei einer Psoriasis und sexueller bzw. erektiler Dysfunktion (SD bzw. ED).

Hauptergebnisse

  • 52520 Patienten mit einer Psoriasis wurden verglichen mit 1.806.022 Personen ohne Psoriasis (Kontroll-Gruppe). Der Großteil Evidenz stammt aus Querschnittsstudien (19), jeweils 3 waren klinisch und quasi-experimentell, 2 Kohortenstudien, und eine Fall-Kontroll-Studie.
  • Die Prävalenz der SD reichte von 40 % bis 55,6 %, ED wurden bei 34,2 % bis 81,1 % der Studienteilnehmer mit einer Schuppenflechte beobachtet.
  • 2 von 2 Studien mit Adjustierung für physische und psychologische Komorbiditäten fanden eine Assoziation zwischen Psoriasis und SD.
  • 5 von 8 Studien beobachteten eine unabhängige Assoziation zwischen Psoriasis und ED.
  • Die stärksten Assoziationen mit einer SD fanden sich bei Angststörungen und Depressionen. Dies war bei 5 von 5 Studien mit Psoriasis-Patienten der Fall, bei 3 von 4 Studien zur Psoriasis-Arthritis und bei 5 von 7 Studien zur genitalen Psoriasis.
  • Alle 3 klinischen Studien berichteten eine Verbesserung der SD unter Biologika im Vergleich zu Placebo.

Klinische Bedeutung

Wenig überraschend berichten die Autoren, dass die physischen und psychologischen Komorbiditäten einer Psoriasis mit einem höheren Risiko für SD assoziiert sind. Sie weisen der Psoriasis auch eine Rolle bei der Entstehung zu und plädieren für erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber diesem Problem insbesondere beim Vorliegen von Angststörungen, Depressionen und Genitalläsionen. Schließlich verweisen sie auf die nachgewiesene Wirksamkeit von Biologika bei dieser Indikation.

Finanzierung: Keine Angaben.