Behandlungsverzögerung steht mit frühzeitiger Mortalität durch Mycobacterium-BSI bei TB/HIV in Zusammenhang

  • Barr DA & al.
  • Lancet Infect Dis
  • 01.06.2020

  • von Liz Scherer
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Eine Blutstrominfektion (BSI) mit Mycobacterium tuberculosis bei HIV-assoziierter Tuberkulose (TB) ist unabhängig mit Mortalität assoziiert ( 4 Tage verzögert wird.

Warum das wichtig ist

  • Bei Patienten mit TB und HIV, die mit WHO-Warnzeichen stationär aufgenommen werden, sollte eine zusätzliche Untersuchung auf Lipoarabinomannan (LAM) im Urin und ein Erstlinien-Sputumtest in Betracht gezogen werden.
  • Begleitartikel : Die TB-Prävalenz kann helfen, eine angemessene Strategie zu definieren. Bei allen Patienten, einschließlich jener mit negativem TB-Schnelltest, sind das Risiko/der Nutzen der Einleitung einer Behandlung zu ermitteln.

Wesentliche Ergebnisse

  • Es wurden 20 Datensätze mit 5.751 individualisierten Patientendaten (IPD) berücksichtigt. 
  • Mittelwert der prognostizierten Wahrscheinlichkeit einer BSI mit M. tuberculosis (1 WHO-Warnzeichen, 76 CD4-positive Zellen/µl): 0,45 (95%-KI: 0,38–0,52).
    • Diagnostische Ausbeute von LAM im Urin (gepoolte Auswertung): 0,52 (95 %-KI: 0,35–0,69).
    • Sputum: 0,77 (95 %-KI: 0,63–0,87).
    • Zusammengesetzt: 0,89 (95 %-KI: 0,80–0,94).
      • Signifikante Heterogenität der Studien (Urin, Sputum, p 
  • Prognostiziertes Mortalitätsrisiko durch M. tuberculosis vor Tag 30 (adjustierte HR: 2,48; 95 %-KI: 2,05–3,08).
  • Es wurde eine Assoziation zwischen verzögerter Therapie und früher Mortalität beobachtet (OR: 3,2; 95 %-KI: 1,2–8,8).

Studiendesign

  • IPD-Metareview zur Prävalenz, zur diagnostischen Ausbeute, zum Mortalitätsrisiko und zu den Auswirkungen der Behandlung einer BSI mit M. tuberculosis bei Erwachsenen mit HIV-assoziierter TB.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Bias bei Einschlusskriterien und Patientenauswahl.
  • Variationen in Studiendesign und Ausführung.
  • Zu hoch eingeschätzte diagnostische Ausbeute.
  • Fehlender Datenbias.
  • Störfaktoren nicht gemessen.