Beeindruckendes Langzeit-Überleben unter Dabrafenib plus Trametinib bei BRAF V600+ Melanomen

  • New England Journal of Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Die kombinierte Analyse erweiterter Überlebensdaten aus 2 Studien belegt den langfristigen Nutzen einer Kombination aus BRAF-Inhibitor und MEK-Inhibitor bei Patienten mit fortgeschrittenen Melanomen und mutiertem Proto-Onkogen BRAF.

Hintergrund

Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs und spezifischen Mutationen (V600E und V600K) im Proto-Onkogen BRAF leben länger, wenn sie eine Kombination aus einem BRAF-Inhibitor und einem MEK-Inhibitor erhalten, der die MAP-Kinasen MEK1 und MEK2 hemmt. Langzeit-Überlebensdaten für diese Kombinationstherapie gab es aber bisher nicht.

Design

Gepoolte Analyse der erweiterten Überlebensdaten aus den beiden klinischen Studien COMBI-d und COMBI-v, bei denen 563 zuvor unbehandelte Patienten mit fortgeschrittenen Melanomen den BRAF-Inhibitor Dabrafenib und den MEK-Inhibitor Trametinib bekommen hatten. Die mediane Nachverfolgungszeit betrug 22 Monate; primäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben.

Ergebnisse

  • Die progressionsfreie Überlebensrate nach 4 Jahren wurde mit 21 % berechnet (95%-Konfidenzintervall 17 – 24), und nach 5 Jahren mit 19 % (95%-KI 15 – 22).
  • Das Gesamtüberleben betrug nach 4 Jahren 37 % (95%-KI 33 – 42), und nach 5 Jahren 34 % (95%-KI 30 – 38).
  • Ein vollständiges Ansprechen zeigten 19 % (n = 109) der Patienten. Dies war mit einem besseren Langzeitergebnis assoziiert; die Gesamtüberlebensrate betrug hier nach 5 Jahren 71 % (95%-KI 62 – 79).
  • Prognostisch günstig war ein Laktat-Dehydrogenasespiegel unter der Obergrenze des Normalbereichs (25 % 5-Jahresüberleben), ungünstig dagegen erhöhte Werte (8 % 5-Jahresüberleben).

Klinische Bedeutung

Die Daten belegen eine deutliche und langfristige Verbesserung der Überlebenschancen für Patienten mit fortgeschrittenen Melanomen und einer Mutation im Gen BRAF V600. Die Überlebenskurven beginnen zwischen 3 und 5 Jahren ein Plateau zu bilden, was auf eine Stabilisierung der Überlebensraten hoffen lässt. Allerdings gibt es bisher keine Biomarker, die voraussagen könnten, welchen Patienten nach Absetzen der Therapie von einer Krankheitsprogression bedroht sind.

Finanzierung: GlaxoSmithKline und Novartis.