BCa: CBC-Risikosenkung reicht je nach Therapie von 30 % bis 70 %

  • Kramer I & al.
  • J Natl Cancer Inst
  • 30.01.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Große Klassen systemischer Therapien (wie z. B. adjuvante Chemotherapie [CT] und Hormontherapie [ET]) wie auch individuelle Typen (wie z. B. eine taxanhaltige CT, nicht aber eine anthrazyklinhaltige CT) senken das Risiko für kontralaterales Mammakarzinom (CBC) bei Frauen mit primärem invasiven Brustkrebs (BCa). 
  • Diese Risikosenkung reicht je nach Therapie von 30 % bis 70 %.

Warum das wichtig ist

  • Mehr und mehr BCa-Überlebende tragen ein Risiko für sekundäres (metachrones) BCa (d. h. CBC).

Studiendesign

  • Populationsbasierte, retrospektive Kohorte von Frauen aus dem Netherlands Cancer Registry, die mit primärem invasiven BCa (n = 83.144) diagnostiziert worden waren.
  • Finanzierung: Dutch Cancer Society.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die mediane Verlaufskontrolle dauerte 7,7 Jahre.
  • Die 10-jährige kumulative Inzidenz von CBC lag bei 3,8 % (95 %-KI: 3,7 %–4,0 %).
  • Eine Senkung des CBC-Risikos wurde mit diesen Haupttherapieklassen beobachtet (vs. keiner [neo]adjuvanter Therapie, in absteigender Folge):
    • ET (HR: 0,46; 95 %-KI: 0,41–0,52).
    • Trastuzumab + CT (HR: 0,57; 95 %-KI: 0,45–0,73) und
    • adjuvante CT (HR: 0,70; 95 %-KI: 0,62–0,80).
  • Die CBC-Risikosenkung war am höchsten mit diesen Therapie-spezifischen Subgruppen:
    • Aromataseinhibitoren (vs. keine ET; HR: 0,32; 95 %-KI: 0,23–0,44)
    • Tamoxifen (vs. keine ET; HR: 0,48; 95 %-KI: 0,44–0,53) und
    • Taxanhaltige CT (vs. kein CT; HR: 0,48; 95 %-KI: 0,36–0,62).

Einschränkungen

  • Beobachtungsstudie.
  • Eine zu niedrige Schätzung von CBC ist aufgrund fehlender Daten zur kontralateralen prophylaktischen Mastektomie möglich.