Bayrische Notfallsanitäter dürfen Schmerzmittel verabreichen

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München (pag) – Derzeit wird bundespolitisch über die Befugnisse von Notfallsanitätern diskutiert. In Bayern macht man jetzt Nägel mit Köpfchen: Seit Dezember dürfen Notfallsanitäter dort eigenständige kleinere ärztliche Maßnahmen anwenden – ohne dass ein Notarzt vor Ort sein muss. Dafür musste das bayerische Rettungsdienstgesetz geändert werden, teilt das Landesinnenministerium mit.

 

„Das ist sehr zum Vorteil für alle Notfallpatienten, denn ihnen kann nun in vielen Fällen einfacher und schneller geholfen werden, wie etwa bei der Verabreichung von Schmerzmitteln“, erklärt Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Er und sein Haus erhoffen sich, dass in vielen Fällen ein Notarzt gar nicht mehr ausrücken muss. Denn der Sanitäter überbrückt die Zeit bis zum Eintreffen des Mediziners nicht, sondern ersetzt ihn in solchen Fällen. Herrmann: „Damit stehen Notärzte für andere Einsätze, wo sie möglicherweise dringender gebraucht werden, zur Verfügung.“

Die Notfallsanitäter würden dazu in ihrer Ausbildung geschult, heißt es von Seiten des Ministeriums. Der jeweilig zuständige Ärztliche Leiter Rettungsdienst könne den Notfallsanitätern dann auf Dauer einfache heilkundliche Maßnahmen delegieren, soweit keine persönliche ärztliche Kenntnis des Patienten erforderlich sei. Dazu hätten die Ärztlichen Leiter mit wissenschaftlicher Unterstützung bayernweit einheitlich gültige Maßstäbe und eine Medikamentenliste erarbeitet.

 

Das Notfallsanitätergesetz auf Bundesebene ermöglicht den angehenden Einsatzkräften die eigenverantwortliche Anwendung heilkundlicher Maßnahmen und Medikamentengaben ohne Einbeziehung eines Notarztes. „Dieses Gesetz regelt aber lediglich die Ausbildung der Sanitäter, die Ärztlichen Leiter Rettungsdienst waren damit noch nicht ermächtigt, die Maßnahmen auch an die Sanitäter zu delegieren“, erläutert das Ministerium.