Barmer: Ostdeutsche gehen häufiger zum Zahnarzt

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Berlin (pag) – Barmer-Versicherte nutzen die zahnmedizinische Versorgung regional verschieden. Das dokumentiert der Zahngesundheitsatlas 2019 der Krankenkasse. Große Unterschiede gibt es beim Eigenanteil zum Zahnersatz und bei den Untersuchungen für kleine Kinder.

Die Barmer hat verschiedene Aspekte der Zahngesundheit in 2017 untersuchen lassen. „Wir haben dieses Format gewählt, um die Unterschiede herauszustellen“, sagt Barmer-Vorstandsvorsitzende Prof. Christoph Straub bei der Vorstellung. Erstellt hat den Atlas Prof. Michael Walter, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Technischen Universität Dresden, mit der Agenon, Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen. Er erklärt, dass Versicherte im Osten Deutschlands regelmäßiger zum Zahnarzt gehen als im Westen. Sachsen ist mit 77,1 Prozent Spitzenreiter, Saarland mit 65,2 Prozent Schlusslicht. Bundesweit liegt der Wert bei 71,5 Prozent. Der Ost-Versicherte bekommt häufiger eine Füllung oder lässt sich einen Zahn ziehen. Beim Eigenanteil zum Zahnersatz liegen die alten Bundesländer vorne. In Bayern zahlt der Versicherte bei der Gesamtversorgung zum Zahnersatz mit im Schnitt 1.228 Euro doppelt so viel wie ein Versicherter in Sachsen-Anhalt (628 Euro). Bei der Prophylaxe für kleine Kinder gibt es ein Nordost-Südwest-Gefälle: Die Bayern und Sachsen nutzen sie am häufigsten, Saarländer und Bremer seltener.

Zu den Gründen für die Unterschiede stellt Walter fest, dass das Bonussystem und die Nutzung von Präventionsangeboten im Osten stärker ausgeprägt seien, was die Höhe des Eigenanteils senke. Dieser könne unterschiedlich ausfallen je nach Art und Umfang des Zahnersatzes. Grundsätzlich sei die Mundgesundheit in Ost und West gleich. Die Barmer wolle die Information zur Vorsorge verbessern, sagt Straub. Er regt außerdem eine Diskussion an, ob Implantate für sozialschwache Senioren zur Regelversorgung werden sollten. Laut Atlas haben 20 Prozent der Über-75-Jährigen einen zahnlosen Kiefer.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) ist von den Ergebnissen nicht überrascht. Sie begrüße alle Bemühungen, weitere Transparenz in das Versorgungsgeschehen zu bringen.

Den Atlas in ausführlicher Form auch nach Bundesland sortiert finden Sie hier:

https://www.barmer.de/presse/presseinformationen/pressemitteilungen/zahngesundheitsreport-190130